Dass Grünflächen für die Lebensqualität in Städten entscheidend sind, ist bekannt. Studien haben nun untersucht, welche Rolle sie bei der Kohlenstoffbindung spielen. Gerade Stadtbäume leisten Erstaunliches.
factum-Redaktion
30. April 2026

Städtische Grünflächen leisten mehr als nur einen Beitrag zur Lebensqualität: Sie speichern erhebliche Mengen an organischem Kohlenstoff im Boden. Im Projekt GreenJLU der Justus-Liebig-Universität Giessen (JLU) wurden urbane Grünflächen erstmals systematisch untersucht.1 Wissenschaftler haben auf 120 Grünflächen in unterschiedlichen Tiefen Proben genommen und die Bodengesundheit analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl die Vegetationsstruktur als auch die Nutzungsgeschichte der Grünflächen entscheidend dafür sind, wie viel Kohlenstoff in den Böden gespeichert werden kann. Weniger intensiv bewirtschaftete Grünflächentypen mit Gehölzen und Wildblumenwiesen zeigten eine höhere Bodengesundheit als kurz geschnittene Rasenflächen und wiesen höhere Kohlenstoffvorräte auf.

Ein weiteres Forschungsteam der Technischen Universität München (TUM) ging der Frage nach, wie viel Kohlendioxid Parks und einzelne Bäume in Städten binden können.2 Dazu entwickelten sie ein hochaufgelöstes biogenes CO2-Flussmodell. Stadtbäume tragen dem Modell zufolge am stärksten dazu bei, die Kohlendioxidbelastung in Städten zu senken. An Sommertagen kann ihre Aufnahmeleistung den Ausstoss des Münchner Stadtverkehrs decken und zeitweise sogar übertreffen.

1    https://doi.org/10.1016/j.ufug.2025.129143
2    https://doi.org/10.1029/2025EF007458

Meldung aus factum 03/2026