
Etwas Erstaunliches geschieht derzeit in Israel – im Herzen Israels, in Jerusalem: auf dem Tempelberg. Es ist nicht weniger als ein Wunder. Gleichwohl findet es – wie so manches, das Relevanz hat – keine Beachtung in den globalen Medien. Aber beginnen wir doch am Ursprung der Geschichte, nicht gerade bei Adam und Eva, aber doch vor 4000 Jahren, bei Abraham.
Der Tempelberg ist, biblisch gesprochen, die Mitte oder das Herz der Welt. Hier war Abraham, der Stammvater von Gottes Volk, bereit, für Gott das Äusserste zu geben. Hier offenbarte und erwies sich Gott als der eine, der lebendige, gnädige und barmherzige Gott, der seinen Weg mit dem Volk und der Nation Israel geht, und – von hier ausgehend – mit der ganzen Welt. Hier erwies er sich als der Gott der Verheissungen. Hier wird Jesus Christus nach seiner bevorstehenden Wiederkunft regieren. Jerusalem, der Tempelberg, ist insofern der heilige Ort für Juden und Christen, als es eine Stätte sein sollte, die abgetrennt ist vom Profanen, erst recht aber vom Gottfeindlichen, vom Antichristlichen. Nicht zufällig, sondern deshalb hat der Islam diesen Platz okkupiert und zu seinem heiligsten Ort ausgerufen, obwohl Jerusalem im gesamten Koran mit keiner Silbe erwähnt wird.
Bedauerlicherweise haben die Israelis nach dem Sechs-Tage-Krieg, der ihnen aufgezwungen wurde und in dem sie Jerusalem und den Tempelberg befreiten, dieses Gottesgeschenk der Befreiung nicht angenommen. Sie haben die Hoheit über den Tempelberg den Muslimen überlassen. Ein Soldat hatte schon die israelische Flagge auf dem Felsendom gehisst. Aber einer säkularen, glaubensschwachen Gesinnung folgend, befahl Verteidigungsminister Moshe Dayan, die Fahne wieder herunterzuholen. Es kann Mut kosten, den Segen Gottes anzunehmen. Dabei kann das nur positive Folgen haben. Es stiftet Frieden. Es wäre nicht wirklich erhebend, auf dem Tempelberg «Allahu akbar» («Allah ist grösser») zu skandieren und zu proklamieren, wenn die Flagge mit dem Davidstern auf dem Felsendom im Wind wehte. Es käme einem nicht so laut über die Lippen.
Es ist wie mit den zwölf Kundschaftern, von denen wir in 4. Mose 14 lesen. Alle sahen den Segen, den Gott für sie mit dem verheissenen Land bereithielt. Es galt nur, ihn anzunehmen. Aber zehn hatten nicht die Traute, «Ja!» zu dem Segen zu sagen: «Das gibt bloss Ärger. Das schaffen wir nicht!» Nur Josua und Kaleb hatten ein geistliches Verständnis der Situation: «Fürchtet ja nicht das Volk des Landes, ihr Schirm ist von ihnen gewichen, und der Herr ist mit uns; fürchtet sie nicht!»
Auch 2005 mangelte es der israelischen Regierung an der politischen und geistlichen Klarheit, «Ja!» zu Gottes Willen und Segen zu sagen. Die Regierung liess die eigene Bevölkerung, die im Gazastreifen gelebt hatte und zum Segen für das Land geworden war, zwangsweise von dort umsiedeln. Israel hatte den Gazastreifen, der zum biblischen Israel gehört, in einem Verteidigungskrieg erobert und vertrieb jetzt auf amerikanischen Druck die eigene Bevölkerung. Kein einziger Jude lebte mehr dort.
Preis der Glaubensschwäche
Glaubensschwäche, den Segen Gottes abzulehnen, hat einen Preis: Der Feind fühlt sich ermutigt. Die Hamas gewann nach der Umsiedlung der israelischen Bevölkerung die absolute Mehrheit im Gazastreifen. Der 7. Oktober 2023 hätte nicht geschehen können, wenn die Regierung, statt auf internationalen Druck hin die eigene Bevölkerung zu vertreiben, die Souveränität über Gaza erklärt hätte. Wir wissen, dass Gaza nach Gottes Willen einmal wieder zu Israel gehören wird. Die Feinde Israels und Freunde «Palästinas» arbeiten für den Mülleimer der Geschichte. Die Feinde Gottes können in der Bibel schon mal nachlesen, wo die Grenzen Israels in Zukunft sein werden.
Aber zurück zum Tempelberg, zu dem Wunder, das sich dort derzeit ereignet. Auch hier hatte Israels Regierung das Geschenk, welches Gott dem jüdischen Volk 1967 in die Hände gelegt hatte, nicht angenommen. Stattdessen übertrug sie die Hoheit über den Tempelberg der jordanisch-muslimischen Waqf-Behörde. Deshalb konnten Juden auf dem Tempelberg nicht beten. Von den acht Aufgängen auf den Tempelberg stand ihnen und den christlichen Besuchern nur einer (halbwegs) offen. Die israelische Polizei reglementierte hier strikt den Zugang der jüdischen Besucher, und zwar in einer diskriminierenden Weise. Es wurden nur wenige auf den Tempelberg gelassen, oft wurden sie bei der Eingangskontrolle stundenlang hingehalten. Strikt verboten war es, Bibeln und Gebetsbücher mitzunehmen. Die israelischen Polizeibeamten konfiszierten diese. Sichtbares Gebet war für Juden und Christen auf dem Tempelberg streng verboten. Wer ein Gebetsbuch oder eine Bibel hochgeschmuggelt hatte oder auch nur die Lippen bewegte, wurde von zeternden muslimischen Uniformierten des Ortes verwiesen.
Aber das änderte sich alles nach dem Massaker vom 7. Oktober 2023. Das ist der Anfang des Wunders.
Lesen Sie den ganzen Artikel in factum 03/2026