
Sie drückt aus, dass es bis zu einem bestimmten Zeitpunkt noch lange dauert, dass noch viel geschehen kann und alles Mögliche passieren wird. Je nach Wohngegend wird das Sprichwort im deutschsprachigen Raum an andere örtliche Flüsse wie die Spree, den Neckar und so weiter angepasst.
Eine Untersuchung hat nun gezeigt, dass nicht nur enorme Wassermengen den Rhein hinunterfliessen, sondern auch jede Menge Müll: 250-mal so viel wie bisher angenommen. Die Biologin Leandra Hamann und ihre Kolleginnen von der Universität Bonn haben dazu Daten, die der Kölner Bürgerverein gesammelt hatte, wissenschaftlich ausgewertet und in der Fachzeitschrift Nature Communications Sustainability veröffentlicht. Der Verein baute eine Plattform, die so genannte «Rheinkrake», die jeden Tag 127 617 Kubikmeter Wasser filtert – so viel wie 42 olympische Schwimmbecken fassen – und Objekte bis zu 80 Zentimeter unter der Wasseroberfläche fängt. Von November 2022 bis November 2023 fischte der Krake knapp 2000 Kilogramm Müll aus dem Fluss. 290 Kilogramm davon waren Plastik.
Damit machte Plastik nach Gewicht 15 Prozent der Gesamtmenge aus. In absoluten Zahlen waren jedoch 70 Prozent der über 17 000 geborgenen Müllteile Plastik. Weitere Kategorien waren bearbeitetes Holz, Glas und Keramik, Papier und Karton, Metall, Gummi, Chemikalien, Lebensmittel und Textilien. Da der Filter nur mit 0,08 Prozent des Durchflussvolumens in Kontakt kommt, haben die Wissenschaftler die Zahlen hochgerechnet. Demnach transportiert der Rhein jedes Jahr zwischen 27 und 42 Millionen Müllteile Richtung Nordsee, das entspricht 3000 bis 4700 Tonnen. Der Abfall kommt fast ausschliesslich (99,6 Prozent) vom Land und zu mehr als der Hälfte (56 Prozent) von privaten Verbrauchern.
Meldung aus factum 02/2026