
Untersucht haben das Forscher der ETH Zürich und der Universität Basel.1
Die Verbindung ist deshalb speziell, weil sie unter Zugkräften nicht schwächer wird, wie man allgemein erwarten würde. «Unter Zugkräften, wie sie vom Spermium erzeugt werden können, wird die Bindung nicht etwa weniger stabil, sondern stabiler», erklärt Viola Vogel, Professorin an der ETH. «Die Bindung hält somit unter Zugkraft sogar länger als ohne Krafteinwirkung.» Sie ist eine der stärksten, die in der Welt der vielzelligen Lebewesen bisher bekannt ist.
Eine zentrale Rolle spielen dabei das Protein Juno auf der Zellmembran der Eizelle und das Protein Izumo auf dem Spermium. Im Labor testeten die Wissenschaftler die beiden Proteine losgelöst von Eizelle und Spermium. Sie spannten je ein Juno- und ein Izumo-Protein in ein Rasterkraftmikroskop und massen so, wie gut sich die beiden aneinander festhalten können, wenn man an ihnen zieht. Das Messprinzip ist ähnlich, wie wenn zwei Menschen den Mittelfinger einhaken und dann ziehen, bis die Verbindung reisst. Dabei zeigte sich: Juno und Izumo verhalten sich anders als die Mehrheit der bekannten Proteinpaare, die nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip eine Verbindung eingehen. Diese Verbindungen halten meist kürzer, je stärker daran gezogen wird.
1 https://doi.org/10.1038/s41467-025-62427-0
Meldung aus factum 01/2026