
Bereits im Februar dieses Jahres gab es Berichte über Angriffe der «Allied Democratic Forces» (ADF) auf Christen im Osten des Landes. Bei diesem Massaker wurden 70 Christen ermordet. Im August gab es erneut Berichte über ein Massaker an katholischen Gläubigen während einer Gebetsmahnwache sowie an Kindern in einem Ferienlager, bei dem 40 Menschen getötet wurden. Nach Angaben des christlichen Hilfswerks Open Doors überfiel die Terrorgruppe ADF im September erneut zwei Dörfer und massakrierte über 100 Christen. In einem Dorf griffen sie die Kirche einer katholischen Glaubensgemeinschaft an, die sich zur Totenwache für ein Mitglied ihrer Kirche versammelt hatte. In einem rund sechs Kilometer entfernten Dorf überfielen sie am nächsten Tag gezielt christliche Bauern.
Diese Ereignisse sind Teil einer verheerenden Entwicklung in West-, Ost- und Zentralafrika, wie das «Africa Center for Strategic Studies» in einer aktuellen Untersuchung zeigt. Demnach entfiel 2025 nahezu die Hälfte der Todesopfer (10 685) auf die Sahelzone. Die politische Instabilität im Sahel gilt als zentraler Faktor für den dramatischen Anstieg der Todeszahlen. Während es im Zeitraum 2020 bis 2023 noch 4900 Todesopfer durch islamistische Milizen in Afrika gab, waren es in den vergangenen drei Jahren jeweils 10 500 Tote pro Jahr und nun mehr als 22 000. Während Boko Haram- und Fulani-Extremisten in Nigeria für viele Todesopfer sorgen, sind es Gruppen des JNIM-Netzwerks, die für über 80 Prozent der Todesfälle im Sahel verantwortlich sind. In Afrika liegen mittlerweile rund 950 000 Quadratkilometer bewohntes Gebiet ausserhalb staatlicher Kontrolle.
Meldung aus factum 06/2025