Mitgefühl macht glücklich, so das Ergebnis einer Metastudie von Forscherinnen der Universität Mannheim.(1) Was sie herausgefunden haben, ist seit Tausenden von Jahren eine zutiefst christliche Tugend. Die Wissenschaft hat einmal mehr Verspätung.
Raphael Berger
2. März 2026

Wissenschaft und Forschung sind eigentlich nicht notwendig, um von der Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit der Heiligen Schrift überzeugt zu sein. Es genügt, dass der Schöpfer des Universums sich uns als Urheber und Autor offenbart. Jeder, der sich auf eine Beziehung zu Ihm einlässt, wird auch ohne wissenschaftliche «Beweise» erfahren, dass Sein Wort absolut zuverlässig, unfehlbar und tragfähig ist. Und doch ist es immer wieder erhellend und ermutigend, wenn die Wissenschaft die Bibel bestätigt.

Menschen, die anderen mit Mitgefühl begegnen, fühlen sich selbst oft wohler. Das ist das zentrale Ergebnis einer neuen Untersuchung von drei Wissenschaftlerinnen an der Universität Mannheim. Während der Zusammenhang zwischen Selbstmitgefühl und Wohlbefinden gut belegt ist, ist dieser Effekt für Mitgefühl anderen gegenüber bisher wenig erforscht. Für ihre Meta-Analyse werteten die Forscherinnen Daten aus über 40 Einzelstudien aus. Das Ergebnis veröffentlichten sie in der Fachzeitschrift Scientific Reports. Es zeigt: Menschen, die sich in andere einfühlen, sie unterstützen oder ihnen helfen möchten, berichten insgesamt von einer höheren Lebenszufriedenzeit, erleben mehr Freude und sehen mehr Sinn im Leben. Das psychologische Wohlbefinden war bei diesen Menschen im Durchschnitt höher. Besonders interessant ist, dass dieser Zusammenhang unabhängig von Alter, Geschlecht oder Religion aufgetreten ist.

Für Bibelleser ist das keine Überraschung. Nächstenliebe und Fürsorge sind zentrale christliche Tugenden. Wer sich ständig um sich selbst dreht, mag vielleicht im Augenblick zufriedener erscheinen, auf längere Sicht jedoch wird ihn sein Egoismus zugrunde richten. Wer hingegen von sich selbst wegsieht, sich zuerst in Gedanken, dann mit Worten und Taten um andere kümmert, erlebt Zufriedenheit und eine Freude, die bleibt. Dieses Prinzip beschrieb bereits Salomo: «Einer teilt reichlich aus und hat immer mehr; ein anderer kargt, wo er nicht soll, und wird doch ärmer. Wer reichlich gibt, wird gelabt, und wer reichlich tränkt, der wird auch getränkt werden» (Spr. 14,24.25). Das Prinzip kann – muss aber nicht – auf materielle Güter zutreffen. Im Gemeindezeitalter des Neuen Testaments stehen denn auch zuerst immaterielle Güter wie Liebe, Glück, Dankbarkeit oder Zufriedenheit im Fokus. Im Miteinander sollen wir uns hierin messen: «Die brüderliche Liebe untereinander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor» (Röm. 12,10).

1    https://doi.org/10.1038/s41598-025-23460-7

Meldung aus factum 02/2026