Berlin, 28. Juli 2026: Nach dem tödlichen Angriff auf den CSD trauern Menschen am Brandenburger Tor. © shutterstock.com/Mo Photography Berlin

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von Isabelle Kobe

Mensch

LGBTQ-Gruppen und Islamisten: Eine absurde, aber gefährliche Koalition

Ihre Weltanschauungen und politischen Ziele stehen sich diametral gegenüber, ausser in einer Sache: Wenn es gegen die Juden und den jüdischen Staat geht, kämpfen progressive LGBTQ-Gruppen und Islamisten Seite an Seite.

Transparente mit der Aufschrift «Queers for Palestine» waren auch bei der Pride-Veranstaltung am 26. Juli in Berlin zu sehen, als spätabends durch einen islamistischen Terroranschlag eine Frau getötet und 29 weitere Personen zum Teil schwer verletzt wurden (factum berichtete).

 

Die Naivität ist erstaunlich

Aaron Bandler, Journalist beim Jerusalem News Syndicate (JNS), schreibt in «israel heute», dass Experten trotzdem keine grundlegende Veränderung sehen, wie progressive LGBTQ-Aktivisten und -Organisationen die Bedrohung durch den Islamismus wahrnehmen. Er nennt unter anderem Deborah Lipstadt, Dorot-Professorin für moderne jüdische Geschichte und Holocauststudien an der Emory University in Atlanta, die meint: «Vielleicht bei einzelnen Personen, aber öffentlich überhaupt nicht.» Und: «Wenn ich es äusserst grosszügig formulieren müsste, würde ich sagen, die Naivität der LGBTQ-Gemeinschaft ist erstaunlich.» Schon lange existiere diese rot-grüne Allianz, ein Bündnis zwischen der muslimischen Welt (grün) und der radikalen Linken (rot). «Sie sind sich in nichts einig», kritisiert Lipstadt. «Denken Sie nur daran: Feminismus, Regierungsform, Wirtschaft. Aber in einem Punkt marschieren sie im Gleichschritt: beim Judenhass und bei der Feindseligkeit gegenüber Israel als jüdischem Staat.» Es sei eine absurde, aber sehr gefährliche Koalition, geprägt von «Selbstgerechtigkeit und einem Gefühl gemeinsamen Opferseins».

Auch Max Abrahms, der zu Terrorismus und dem Nahen Osten an der Northeastern University in Boston forscht, ist überzeugt, dass sich nach dem Anschlag nichts geändert hat: «So genannte ‹progressive› Gruppen, die behaupten, Inklusion, Toleranz und Liberalismus zu vertreten, unterstützen unkritisch islamistische Extremisten, die sie und ihre Werte hassen.»

 

«Israel ist immer der ultimative Sündenbock»

Es ist bezeichnend, dass kurz nach dem Berliner Anschlag Verschwörungstheorien im Netz kursierten, die Israel verantwortlich machten. Dazu David May, leitender Forschungsanalyst bei der Foundation for Defense of Democracies (FDD): «Führende Menschenrechtsorganisationen haben das Bild eines grenzenlos bösen Israels gezeichnet. Deshalb überrascht es nicht, dass Verschwörungsideologen ihre eigenen Verdrehungen verbreiten, um Israel zu diffamieren.» Deborah Lipstadt konstatiert: «Sie geben Israel die Schuld für die 65 000 Menschen, die versucht haben, nach Spanien zu gelangen. Sie gaben Israel die Schuld für den 11. September. Sie gaben Israel die Schuld für Bondi Beach. Es gibt offenbar nichts, wofür Israel nicht verantwortlich gemacht werden kann.» Luke Moon, Gastwissenschaftler am Institut für nationale Sicherheit und Aussenpolitik der Heritage Foundation, bringt es auf den Punkt, wenn er sagt: «Israel ist immer der ultimative Sündenbock.»

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