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von factum-Redaktion

Natur

«Wir sind Beschenkte»

Das für Menschen mit Downsyndrom engagierte Ehepaar Carolin und David Neufeld (Schwarzenfeld/Oberpfalz) hat den «Hoffnungsträger-Preis» des württembergischen Gemeinschaftsverbandes «Die Apis» erhalten. Die 42-jährige Erzieherin sowie der 46-jährige Verleger haben drei Jungen (Onur, Alexander und Samuel) – davon zwei mit Downsyndrom – zur Pflege aufgenommen bzw. adoptiert. David Neufeld ermutigt mit Büchern, Kalendern und Karten aus seinem Verlag immer wieder, Menschen mit Behinderung wertzuschätzen.

Laut dem Landesreferenten der Apis für Menschen mit Behinderung, Kurt Stotz, wusste sich das Ehepaar, das keine eigenen Kinder bekommen konnte, «von Gott geführt, Pflege- und Adoptivkindern eine Heimat zu geben». Dass sie behinderte Kinder aufnahmen, sei ungewöhnlich, so Stotz. Nur rund ein Prozent aller adoptionswilligen Paare sei dazu bereit. Dabei sei jedes zehnte Kind behindert, das zur Adoption freigegeben werde. Ihre Kraft und Liebe bezögen die Eheleute aus dem christlichen Glauben. Stotz zufolge strahlen Menschen mit Downsyndrom Fröhlichkeit, Lebensfreude und Dankbarkeit aus. Davon könnten Nichtbehinderte lernen. Das Ehepaar Neufeld mache deutlich, dass auch ein Leben mit Behinderung sinnvoll, glücklich und voller Lebenslust sein könne, so Stotz.

David Neufeld sagte, der Preis für seine Frau und ihn sei ein «tolles Signal» an die Öffentlichkeit. Gott habe sie mit ihren Kindern sehr beschenkt. «Wir fühlen uns aber nicht als Helden.» Das Preisgeld von 5000 Euro erhält das «Deutsche Down-Syndrom-InfoCenter» (Lauf an der Pegnitz). Es berät und unterstützt Eltern, Kinder mit dieser Behinderung anzunehmen.

Der Preis betone in diesem Jahr die Würde des Menschen, erklärte der Vorsitzende der Apis, Pfarrer Steffen Kern. Sie sei von Gott verliehen und gelte für alle – gerade für Behinderte und Pflegebedürftige. Das Downsyndrom sei keine Krankheit, sondern eine Eigenart. Angesichts von vorgeburtlichen Untersuchungen, die Behinderungen aufspüren sollten und oft zur Tötung von Ungeborenen führten, wolle man den Wert jedes Lebens herausstellen.

(Artikel aus factum 4/2017)

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