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von factum-Redaktion
Weniger Krebs in grossen Familien
Wie die Forscher um Prof. Frank Rühli herausfanden, hat nicht nur die Grösse der Kernfamilie – Eltern und Kinder –, sondern auch die Grösse des Haushalts einschliesslich der Mitglieder der Grossfamilie eine schützende Wirkung gegen Krebserkrankungen. Weltweit nimmt die Häufigkeit verschiedener Krebsarten zu, je kleiner die Familien sind. «Und dieser Effekt ist unabhängig von Einkommen und Urbanisierungsgrad», erklärt Maciej Henneberg. So korreliert die Familiengrösse, gemessen an der Anzahl der Kinder, die eine Mutter während ihres Lebens gebärt, und der Haushaltsgrösse negativ mit der Häufigkeit aller Krebserkrankungen. Dies ist unabhängig vom Alter der Personen. Je grösser die Familien sind, desto weniger häufig sind bestimmte Krebsarten wie Hirntumor, Blasen-, Lungen-, Magen-, Haut-, Brust-, Dickdarm-, Eierstock- und Gebärmutterkrebs. Der schützende Effekt der Familiengrösse ist stärker für Männer als Frauen. Bekannt war bisher, dass Krebsarten bei Frauen wie Brust- oder Eierstockkrebs von der Anzahl der Schwangerschaften abhängen. Je mehr Schwangerschaften eine Frau hat, desto geringer ist die Gefahr, an Eierstockoder Brustkrebs zu erkranken. Überraschend in der aktuellen Studie ist, dass die Familiengrösse die Männer sogar besser schützt als die Frauen. Familienleben bietet, auch wenn es mitunter als stressig erlebt wird, ein besonderes emotionales Umfeld, welches sich positiv auf die allgemeine Resistenz gegen Krankheiten und eben auch gegen Krebs auswirken kann. Die gemeinsame Erziehung durch Vater und Mutter beschreiben die Forscher als «eine der ersten spezifischen menschlichen Eigenschaften». Nun zeigt sich, dass Familienmitglieder, die sich gegenseitig in einem gesunden Lebensstil unterstützen, auch vor Krebs schützen.
1 https://www.media.uzh.ch/de/medienmitteilungen/2018/Krebsrisiko.html
Artikel aus factum 08/2018.
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