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von Thomas Lachenmaier
Wahr und tragfähig
Als Tyler Dalton McNabb auf dem Gymnasium war, fing er an, seinen Glauben infrage zu stellen. Er war beunruhigt: «Gibt es Gott wirklich?» Dann stiess er auf messianische Prophezeiungen in der Bibel: «Ich erinnere mich besonders daran, Jesaja 53 und Daniel 9,24–26 gelesen zu haben.» Jahrhunderte vor Jesu Geburt wird in diesen Bibeltexten auf ihn als den kommenden Messias hingewiesen. Sein Leiden für die Schuld der Welt, das Erlösungswerk beschreibt Jesaja im Detail. Daniel schildert in einer Vorausschau die heilsgeschichtlichen Ereignisse und ihre Terminierung. «Ich war überzeugt», erinnert sich Tyler McNabb, «dass Jesus der Messias ist, von dem das Alte Testament spricht. Auf dem Weg zur Schule am nächsten Tag hielt ich an und begann zu beten. Zum ersten Mal spürte ich Gottes Gegenwart. Ich begann, Ihn und Sein Wort zu begehren.» In seinem letzten Schuljahr, berichtet er, eilte er jeden Tag nach der Schule nach Hause, «um die Bibel zu lesen».
Jesus hat jedem Menschen die Sehnsucht nach Wahrheit ins Herz gelegt. Zu viele dominierende äussere Einflüsse, so scheint es, halten viele Menschen heute davon ab, sich dieses Verlangens so bewusst zu sein, wie Tyler McNabb dies hier schildert – und diesem Verlangen zu folgen. Wer sich aber mit dem ernsten Wunsch nach der Wahrheit auf den Weg macht, der wird nicht enttäuscht werden – auch wenn der Glaube herausgefordert und angefochten wird.
So musste es auch Tyler McNabb später wieder erleben, als er mit liberaler Theologie konfrontiert wurde, die die Verlässlichkeit von Gottes Wort infrage stellt. Aber dann stiess er auf einen Text des amerikanischen messianischen, also jesusgläubigen Juden Prof. Dr. Michael Brown, in dem dieser den Glauben verteidigt. «Ich studierte seine Antworten auf jüdische Einwände gegen Jesus und befand mich tief in der Welt der Apologetik. Das Studium der Apologetik führte mich schliesslich dazu, Philosophie zu studieren: sehr genau darüber nachzudenken, was existiert und wie wir wissen, was existiert.»
Diese intensive rationale Auseinandersetzung mit Fragen des Glaubens und mit der Bibel führte den Suchenden zu der Erkenntnis, dass es am Ende doch Vernunft und die besseren Argumente sind, die zur Wahrheit der Bibel führen und diese bestätigen. Der Glaube an Gott ist ein Geschenk, aber er ist auch ein Geschenk, um das es zu ringen gilt.
Der Glaube der Bibel ist der einzige, der das Ringen um die Wahrheit, das Studieren und Bedenken, das Vertrauenfassen und das gemeinsame Erörtern und Erforschen der Wahrheit in die Mitte stellt. Das ist auch der Hauptgrund dafür, dass es die jüdisch-christlichen Gesellschaften sind, in denen die irrationalen Ängste überwunden wurden, in denen Bildung, Mitmenschlichkeit, Fürsorge und alle zivilisatorischen Errungenschaften gediehen sind. Der Glaube an den wahren Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs ist ein Segen für jeden einzelnen Menschen, der sich von Gottes Wort ansprechen lässt. Er ist in gleicher Weise ein Segen für die Nationen und Gesellschaften, die von solchen Menschen geprägt sind.
Der Philosoph und Chemiker Markus Widenmeyer weist darauf hin, dass der Naturalismus «blind ist dafür, dass wir geistige Wesen sind». Für grundlegende Tatsachen hat der Atheismus keine Erklärung, er muss sie ausblenden. Im Weltbild des Atheismus ist kein Platz für wesentliche Phänomene des Lebens und des Menschseins, die nicht geleugnet werden können. Auch Tyler Dalton McNabb, den seine Wahrheitssuche zum gläubigen Christsein geführt und die aus ihm einen Professor der Philosophie gemacht hat, weist darauf hin, dass der Atheismus geistige Befindlichkeiten nicht erklären kann.
Atheismus bietet kein Verständnis, sondern steht ratlos vor Phänomenen, zu deren Wesenskern moralische Verpflichtungen gehören – wie etwa Liebe, Bewusstsein, Wissen und staatliche Autorität. Prof. McNabb warnt, dass mit dem Glauben auch die zugehörigen segensreichen Attribute unserer Zivilisation schwinden. Ist der Zerfall staatlicher Autorität, die zunehmende Gewalt und Gesetzlosigkeit, der gesellschaftliche Verfall nicht der Abkehr vom Glauben an den Gott der Bibel geschuldet?
«Ich denke, dass unsere Gesellschaft ohne Gott nicht so gedeihen wird, wie sie sollte», so Prof. McNabb. Den Anstieg der Selbstmordraten, die sexuelle Unmoral mit ihren Folgen von Vereinsamung und seelischer Verelendung und auch die Gewalt im öffentlichen Leben, wie etwa die Amokläufe an Schulen, bringt er mit der Abkehr von Gott in einen Zusammenhang.
Dass die Wahrheit der Bibel «erkenntnisleitend» ist, wie es in der Sprache der Wissenschaftstheorie heisst, das ist für Dr. Scott Stripling buchstäblich mit Händen zu greifen. Der Archäologe leitet die Ausgrabungen in Khirbet el-Maqatir und in Shilo in Israel, wo Josua nach der Eroberung des verheissenen Landes die Stiftshütte errichtete. Der Archäologe Gary Byers beschreibt seinen Kollegen als einen «Mann der Weisheit und spirituellen Einsicht», als einen Feldforscher, der «ein exzellentes Gespür sowohl für die Details wie für das grosse Ganze hat».
Lesen Sie den ganzen Artikel in factum 07/2018.
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