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von Thomas Lachenmaier

Natur

Von Gott und Natur entfremdet

2001 entsetzte der sogenannte «Rinderwahnsinn» die Menschen. Tausende Rinder wurden verbrannt. Die Ursache war eine Gehirnerkrankung der Tiere, die durch das Verfüttern von Tiermehl verursacht wurde. Daraufhin wurde diese Praxis verboten.

Seit 2021 erlaubt die EU wieder Tiermehl als Futter für Rinder und Hühner. Die Schweiz will jetzt nachziehen.

Die Bovine spongiforme Enzephalopathie (BSE) ist eine Krankheit, die das Gehirn der Rinder zerstört und an der sie schliesslich sterben. Nachdem als Ursache der Krankheit die nicht artgerechte Ernährung der ausschliesslich Pflanzen fressenden Rinder erkannt worden war, wurde diese Praxis verboten. Die erneute Erlaubnis, Tiermehl unter bestimmten Bedingungen wieder zu verwenden, fand keine grössere Berichterstattung. Jetzt will auch die Schweiz das Verfüttern von Schlachtabfällen von Geflügel an Schweine und von Schweinen an Hühner erlauben, um die Gesetze an jene der EU anzugleichen.

Da es Gott ist, der alles geschaffen hat, ergibt sich aus biblischer Sicht der Auftrag zu einem hegenden, sorgsamen Umgang mit Tieren und Pflanzen. Gott hat ein jedes lebendige Tier in einer jeweils spezifischen Weise, «nach seiner Art» geschaffen – nicht irgendwie. Daraus ergibt sich, dass der Mensch die Tiere in einer Weise behandeln soll, die ihrer Art entspricht. Das heisst, dass man an Pflanzenfresser nicht Schlachtabfälle verfüttert, um Futterkosten zu sparen und die Abfälle zu «entsorgen». Ein respektvoller, fürsorgender Umgang mit Tieren und Pflanzen ergibt sich aus dem Schöpfungsauftrag.

Auch die Verfütterung von Insektenmehl, was von der EU jetzt erlaubt wurde, entspricht sicher nicht dem Auftrag der Bibel an den Menschen, sondern einer von Gott und Schöpfung entfremdeten Gesinnung.

Kommentar aus factum 06/2023

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