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von factum-Redaktion

Natur

Trockensommer im Mittelalter keine Seltenheit

Forscher der Universität Greifswald haben Jahrringkurven von fast 2000 lebenden Buchen und archäologischen Bauhölzern aus dem Jahre 1000 untersucht. Dabei zeigte sich, dass die Niederschläge vor ca. 1000 Jahren im Sommer deutlich niedriger waren als bisher angenommen und Trockensommer keine Seltenheit waren.

Diese Ergebnisse veröffentlichten die Forscher der Arbeitsgruppe «Landschaftsökologie und Ökosystemdynamik» im Februar 2019 in der Fachzeitschrift «Scientific Reports». Jahrringe von Bäumen sind generell ein wertvolles Archiv früherer Umweltbedingungen. Sind die klimatischen Bedingungen gut, sind sie breit, in ungünstigen Jahren, wie etwa dem Trockenjahr 2018, fällt das Wachstum gering aus. Diesen Zusammenhang macht sich die Dendroklimatologie zunutze, um vergangene Umweltbedingungen zu rekonstruieren.

Es gilt festzuhalten, dass Bäume heute deutlich schneller wachsen als in der Vergangenheit. Dies hängt unter anderem mit dem Stickstoff aus Landwirtschaft, Industrie und Verkehr zusammen. Dieser gelangt über Luft und Regen in die Wälder. Auch höhere CO2-Konzentrationen in der Luft begünstigen das Wachstum. Um die gleiche Menge Kohlenstoff aufzunehmen, müssen die Bäume heutzutage ihre Spaltöffnungen deutlich kürzer öffnen und verdunsten somit weniger Wasser. Dr. Tobias Scharnweber, einer der Autoren des Artikels: «Wir sind nicht die Ersten, die diesen Trend bestätigen können. Neu ist jedoch, dass wir mithilfe einer eigens für dieses Vorhaben entwickelten Datenmethode diese Wachstumsraten in unserer Rekonstruktion herausrechnen konnten. Dadurch konnten wir zeigen, dass in unserer Region zu Zeiten des mittelalterlichen Klimaoptimums, also vor ca. 1000 Jahren, die Niederschläge im Sommer im Schnitt deutlich niedriger waren als bisher angenommen. Vielleicht waren also Jahrhundertsommer, wie wir 2018 erlebt haben, damals gar nicht so selten.» Ergebnisse wie diese helfen, den aktuellen Klimawandel in eine langfristige Perspektive «natürlicher» Schwankungen zu setzen.

Meldung aus factum 03/2019.

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