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von Thomas Lachenmaier

Glaube

Schritt ins «Heilige Land des Islam»

Die «Vatikan-News» bezeichneten die Reise von Jorge Mario Bergoglio nach Abu Dhabi als einen «Schritt ins Heilige Land des Islam». Wie kein Papst vor ihm wendet sich Franziskus dem Islam zu. Vor Jahren hatte er bereits erklärt: «Wir sind alle Kinder Gottes.» Die Bibel lehrt, dass diejenigen Kinder Gottes sind (vgl. Joh. 1,12), die Jesus annehmen, an ihn glauben, denen er es schenkt, Kinder Gottes zu sein.

Den Islam hatte der Papst schon vor seiner Reise als «eine Religion des Friedens» bezeichnet. Der «authentische Islam und die korrekte Lesart des Korans» seien «gegen jede Form von Gewalt». Imam Ahmad al-Tayyeb, der weltweit wohl einflussreichste sunnitische Kleriker, der gemeinsam mit dem Papst in Abu Dhabi eine «Erklärung zur Geschwisterlichkeit unter allen Menschen» unterzeichnete, ist hier wohl anderer Meinung. Er hatte seine Unterschrift auch unter eine Fatwa zur Ermordung von Menschen gesetzt, die sich vom Islam abwenden und Christen werden. Zudem befürwortet er Selbstmord-Attentate. Es gelte, mit ihnen «Horror in die Herzen der Feinde Allahs zu schlagen». Papst Franziskus und Imam Ahmad al-Tayyeb wurden in Abu Dhabi mit dem Preis für «menschliche Brüderlichkeit» ausgezeichnet.

Es ist nicht nur der Papst, der sich nicht daran stört, dass al-Tayyeb zur Ermordung von Christen und Juden aufruft. Al-Tayyeb hatte einen Ehrenplatz auf dem Evangelischen Kirchentag in Deutschland, wurde auch von Angela Merkel schon mit Handschlag begrüsst und konnte im deutschen Reichstag sprechen. In der Universität Münster sprach er auf einer «Konferenz der Weltreligionen» mit dem Titel: «Friede sei mit euch».

Weltumspannende religiöse Grenzüberschreitungen sind ein Grundanliegen des Papstes. So besuchte er als erster Papst zum Beispiel den so genannten «Earth Day», der im Zusammenhang mit  Weltklima-Konferenzen eingeführt wurde und der als «Internationaler Tag der Mutter Erde» begangen wird. Kritiker sehen darin Ansätze einer Öko-Religion, die nicht den Schöpfer anbetet, sondern die Erde als Ersatzgottheit «Gaia» vergötzt.

Meldung aus factum 02/2019.

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