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von Thomas Lachenmaier
Samstags die Juden, am Sonntag die Christen
Der französische Premier Valls und Staatspräsident Hollande sprechen von einem «Krieg», versäumen aber nicht das eilfertig-obligate «Der Terror hat nichts mit dem Islam zu tun». Sogar der Vorsitzende der französischen Bischofskonferenz, Georges Pontier, trennt die Tat von der eindeutig islamischen Motivation der Täter.
Einer der wenigen französischen Intellektuellen, der nach der Ermordung eines christlichen Repräsentanten für eine solche Indifferenz klare Worte findet, ist Prof. Guy Millière. Den Wunsch von Bischof Pontier, Muslime in Frankreich willkommen zu heissen, «aber völlig beiseitezulassen, dass die Mörder von Pater Jacques Hamel im Namen des Islam und des Jihad gehandelt haben», wertet er als «Anzeichen für eine vorsätzliche Blindheit», als «schwere pathologische Verleugnung» und «resignierte, suizidale Akzeptanz dessen, was kommt». Die katholische Kirche hatte den Muslimen in Saint-Étienne-du-Rouvray, der Stadt des ermordeten Pfarrers, das Gelände geschenkt, auf dem sie ihre Moschee errichtet haben.
In Frankreich konnte der islamische Judenhass auf der Folie einer verbreiteten Israelfeindlichkeit blühen. Die Angriffe auf Juden, die Ermordung von Juden, die längst eine Vertreibung bewirken, sind in der französischen Gesellschaft auf wenig Empörung gestossen. Jetzt, wo in Frankreich zwischen fünf und acht Millionen Muslime leben und zugleich ein Frankreich ohne Juden eine Frage der Zeit zu sein scheint, rücken die Christen ins Visier der muslimischen Terroristen. Millière erinnert an die islamische Graffiti «Am Samstag töten wir die Juden, am Sonntag töten wir die Christen» und schreibt: «Zuerst greifen Muslime Juden an; dann, wenn die Juden weg sind, greifen sie Christen an. Es ist das, was wir im ganzen Nahen Osten erleben.» Für die islamischen Mörder ist der Sonntag Europas angebrochen.
(aus factum 7/2016)
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