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von factum-Redaktion

Glaube

Muslim-Mission: Mehr als Schokolade

Zehntausende Araber aus den Golf-Staaten machen jedes Jahr Urlaub in der Schweiz. Die Organisation «Christen begegnen Muslimen» (CM) sieht darin eine Chance, dass die Gäste mehr finden als Luxus-Uhren und Qualitäts-Schokolade. Sie machen die Erfahrung, dass die Muslime Interesse an Gesprächen über den Glauben haben.

 Die Schweiz ist zu einer beliebten Ferien-Destination reicher Moslems aus den Golf-Staaten geworden. Sie besuchen vor allem touristische Zentren wie die Stadt Interlaken im Berner Oberland, wo im vergangenen Jahr 124 000 Übernachtungen von Touristen aus arabischen Ländern registriert wurden. Die Golf-Araber kaufen hier gerne Luxus-Uhren und Qualitäts-Schokolade. Schweizer Christen wollen, dass sie auch das Evangelium kennenlernen, und machen entsprechende Einsätze. Die Besucher sind sehr offen für Gespräche über den Glauben, hat Markus Frauchiger von CM festgestellt. «In den Golfgebieten wäre es undenkbar, in der Öffentlichkeit über Jesus zu reden. Aber hier ist es möglich.» Nach seiner Erfahrung schätzen neun von zehn Muslimen, die als Touristen nach Interlaken kommen, ein Gespräch über den Glauben. In Staaten wie Saudi-Arabien haben die Menschen kaum Zugang zu christlichen Materialien, das Internet wird zensiert. Auch daher rührt das Interesse der Besucher.

Die Mitarbeiter von OM, einem Arbeitszweig von MEOS («Missione Evangelica per gli Operai Stranieri in Svizzera», was heute für «Evangelische Mission unter Ausländern in der Schweiz» steht), sucht das Gespräch mit den Muslimen mit Büchertischen und christlichen Informationsmaterialien wie etwa Micro-SD-Karten mit einem Jesus-Film und dem Kurzfilm «More than Chocolate and Cheese» über die christlichen Wurzeln der Schweiz. In Zweierteams sprechen die Christen Muslime an. Gegenüber «Livenet» erklärte Markus Frauchiger: «Es ist klar, dass wir die Leute nicht anpredigen oder sogar anfassen. Das Ziel muss ein Dialog in freundlichem Ton sein, ohne die Person zu bedrängen. Als Einstieg eignen sich zum Beispiel Fragen zum Ramadan oder zur Heilsgewissheit. Auf solche Gesprächsthemen lassen sich viele Araber gerne ein, weil es sie interessiert, was die Christen im Westen darüber denken.»

Markus Frauchiger, der 17 Jahre in Pakistan lebte und dort half, evangelische Pastoren auszubilden, ist immer wieder erstaunt, wie offen die Golf-Araber für Gespräche über den Glauben sind. Die Einsätze im Sommer werden von lokalen Gemeinden mitgetragen. CM hofft, dass noch mehr Christen sich an dieser Mission beteiligen, und bietet eine Schulung an. Markus Frauchiger zu «Livenet»: «Wir werden die neuen Leute in aller Ruhe darauf vorbereiten, wie sie Muslimen begegnen können, und dann jeweils in Zweierteams auf die Strasse gehen – wobei immer ein ‹Erfahrener› mit einem ‹Neuling› zusammen unterwegs sein wird.» Informationen zu den Schulungen gibt es direkt bei Markus Frauchiger (markus.frauchiger@meos.ch).

(Artikel aus factum 5/2017)

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