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von Thomas Lachenmaier

Mensch

Mit Licht Waldbrände bekämpfen

Daniel Leigh ist kein Feuerwehrmann, aber Berichte über verheerende Waldbrände entsetzten ihn und er wünschte sich, er könne irgendwie helfen. «Aber wie soll ich das tun, als Laie, ich bin doch Elektrooptik-Physiker», sagte sich der Israeli. Dann begann er darüber nachzudenken, ob es nicht gerade seine Fachkenntnis sein könnte, die jetzt gefragt ist – mit Erfolg.

Waldbrände breiten sich dann rasend aus, wenn die Baumwipfel Feuer gefangen haben. Anders als im unteren Bereich des Waldes ist der Wind in der Höhe ungebremst, die Flammen springen von Baum zu Baum und entzünden den ganzen Wald mit einer Geschwindigkeit, die eine effektive Bekämpfung fast unmöglich macht. Daniel Leigh entwickelte eine Methode, mit der Baumwipfel oder ganze Bäume mittels algorithmisch gesteuerten Laserstrahlen entlaubt oder entnadelt werden. Von Helikoptern oder Lastwagen aus brennen kurzzeitige Intervalle konzentrierten Lichts Blätter, Nadeln und kleine Ästchen von den Bäumen, ohne sie zu entzünden. Sie verlieren einen Teil ihres Sauerstoffs und fallen zu Boden. Das Feuer findet in der entblätterten Schneise keine Nahrung mehr und kann sich nicht weiter ausbreiten. Und wo die Flammen im unteren Bereich verbleiben, können sie leichter bekämpft werden.

Die «Fighting Treetop Fire» (FTF, Baumwipfelfeuer bekämpfen) genannte Methode ist noch in der Entwicklung, Fachleute der Hebräischen Universität Jerusalem, Brandschutzexperten und Experten für Ökologie sind daran beteiligt. Die Methode ist eine Art Hightech-Version des Anlegens von «Gegen-Feuern», mit denen abgebrannte Bereiche geschaffen werden, in denen das Feuer zum Erliegen kommt. Der Leiter der Forstfeuerwehr der Jüdischen Nationalstiftung, Rami Zaretski, erläutert, dass Hitze, Sauerstoff und brennbares Material das gefährliche Trio bilden. «Wenn wir eine der Komponenten aus dem Trio entfernen oder das Verhältnis ändern, hört das Brennen auf.» Das wird mit der Laser-Methode erreicht.

In Israel, Europa und Australien ist das Verfahren patentiert, in Amerika ist ein US-Patent angemeldet. Kalifornien, das gegenwärtig wie auch Australien von extremen Waldbränden heimgesucht wird, hat grosses Interesse an der Technologie. Der nächste Schritt werden gross angelegte Experimente sein, es werden noch Partnerschaften, Lizenzvereinbarungen und Investoren gesucht. «Die Feuerwehrgemeinde ist ganz aufgeregt, das auszuprobieren», berichtet Leigh. Die Hoffnung ist gross, bald ein effizientes Mittel gegen Waldbrände zu haben.

(Artikel aus factum 07/2018)

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