Uhr
von Thomas Lachenmaier

Glaube

Mazyek gegen Mission

Mit einem offenen Brief wenden sich Christen gegen die Aussage des Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, Christen sollten Flüchtlingen nicht missionarisch begegnen und von «aggressiver Missionsarbeit» absehen. Er bezog sich damit auch auf die vielen Taufen von Ex-Muslimen aus dem Iran in Deutschland.

Der evangelische Theologe Prof. Thomas Schirrmacher und sein katholischer Kollege Prof. Christian Troll betonen in dem Schreiben, dass Christen für das Recht auf Religionswechsel einstehen: «Wir gestehen als Christen jedem Menschen zu, die Kirche bzw. den christlichen Glauben zu verlassen, wenn er ihn nicht mehr überzeugt – wohin immer er sich dann stattdessen orientiert. Das gilt ausdrücklich auch für die erwachsen werdenden Kinder christlicher Eltern. Das soll und muss ohne bürgerliche Konsequenzen möglich sein, auch wenn man es persönlich bedauert.»

Die Autoren des offenen Briefes weisen darauf hin, dass das Recht, frei und ungehindert über seine Religion zu sprechen und auch für sie werben zu dürfen, ein Bestandteil der Religionsfreiheit ist. Deshalb trete man auch «für das Recht auf Mission für Muslime und Christen, Humanisten und Atheisten, Zeugen Jehovas und Bahai und alle anderen ein». Sie erinnerten daran, dass in vielen Ländern eine solche tolerante Haltung nicht besteht, sondern dass dort den Bürgern massiv vorgeschrieben wird, was sie zu glauben haben. In vielen islamischen Ländern steht auf die Abkehr vom Islam die Todesstrafe, wie etwa im Iran.

Der Vorstoss von Mazyek steht offenbar in Zusammenhang mit Bestrebungen muslimischer Interessengruppen, jegliche Kritik am Islam und eine offene Auseinandersetzung damit als «intolerant» oder «Hassrede» zu kriminalisieren. Dem islamischen Recht zufolge, der Scharia, ist es verboten, vom Islam zu einem anderen Glauben zu konvertieren, bzw. den Islam zu kritisieren. Der Übertritt von Muslimen zum christlichen Glauben ist die freie Entscheidung in einem freien Land. Mit beidem scheint der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime ein Problem zu haben – sofern es nicht den Interessen des Islam dient. Der freundliche Herr Mazyek wirbt mit seiner Forderung für die Scharia, ohne dass ihm dies in den Medien kritisch vorgehalten wird.

(aus factum 7/2016)

Zurück

Wir möchten eine klare christliche Stimme in unserer Gellschaft sein - unabhängig, bibeltreu und aktuell.
Damit das gelingt, sind wir auf Ihre unterstützung angewiesen.

Neue News

© shutterstock.com/concepts
Glaube

Christen im Visier

Die Situation der verfolgten Christen in Pakistan wird immer schlimmer. Das ist auch eine Folge der Blasphemie-Gesetze. Abschätziges Reden über den Koran oder über Mohammed kann in Pakistan mit dem Tod bestraft werden.

[mehr] Christen im Visier
© shutterstock.com/SerPhoto
Glaube

Wie Jesus Europa reich macht(e)

Die westliche Kultur ist Sinnbild für Freiheit, Menschenwürde und Wohlstand. Der Anthropologe Joseph Henrich erforscht deren Gründe. Seine interessanten Ergebnisse gibt es nun in Buchform.

[mehr] Wie Jesus Europa reich macht(e)
© shutterstock.com/Andrei-Dubadzel
Natur

Abfall aufgewertet

Forscher der ETH Zürich und der Empa haben einen Weg gefunden, Sägemehl, das heute meist als Abfall im Ofen landet, mit einem Mineralbinder zu einem schwer entflammbaren, robusten Material zu pressen. (1) Dieses ist sogar kreislauffähig.

[mehr] Abfall aufgewertet

Mehr entdecken

ethos – Glaube. Schöpfung. Welt.

Neben factum gibt der Schwengeler Verlag eine weitere Zeitschrift heraus. ethos macht Mut, informiert über Zeittrends und erleichtert die Meinungsbildung. Die Familienzeitschrift erscheint 12-mal jährlich und spricht alle Altersgruppen an. Das Evangelium von Jesus Christus steht im Zentrum und bringt damit die Frohe Botschaft mitten ins Leben.

open hands – Hoffnung, die hilft.

Die christlich-soziale Osthilfe unterstützt Menschen in
Rumänien – praktisch, herzlich und im Vertrauen auf
Gottes Wort.