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von factum-Redaktion
Massaker für die Windkraft
Allein bei einem Massaker am 21. Juni in San Mateo del Mar ermordeten maskierte Milizionäre 17 Indianer, darunter zwei Frauen, und verletzten viele schwer. Demonstranten hatten in einem Protestzug gegen die willkürliche Verhaftung von Gegnern der Megaprojekte protestiert und deren Freilassung gefordert. Dann erschienen die Milizionäre und richteten das Blutbad an. Sie schossen gezielt in die Menge, zerstückelten Demonstranten mit Macheten, erschlugen sie mit Knüppeln und zündeten sie anschliessend an. Ziel solcher Massaker ist offenbar, ein Klima der Angst und Unterwerfung zu erzeugen, um den Widerstand gegen die Windenergie zu brechen.
Das Geschäft mit der Windkraft in Oaxaca ist für europäische Windunternehmer ein Millionengeschäft, berichtet die «Welt». Diese Region gehört zu den windreichsten der Welt. Die europäischen Windkraftfirmen haben Planungen für massenhafte Windanlagen, berichten Tageszeitungen. Die Zusammenarbeit mit regionalen und lokalen Honoratioren ebnet den Weg für diese Projekte. Im Gegensatz zu anderen Kommunen wehrte sich die Stadt San Mateo del Mar gegen ein Projekt in ihrem Gebiet mit mehr als 100 Windrädern. Die Menschenrechtlerin und Umweltschützerin Bettina Cruz Velazquez bezeichnete die Projekte als neokolonialistisch: «Die Windparks bedrohen die einheimische Tierwelt und schaffen Konflikte unter den indigenen Völkern.» Die Windanlagen führten zu einer Abholzung in der Region. Zudem fördere die Ankunft ausländischer Arbeiter die Prostitution. Das Leben der Umweltschützerin ist bedroht. Die «Interamerikanische Menschenrechtskommission» (CIDH) forderte Mexiko auf, ihr Personenschutz zu gewähren.
Wie viele andere solcher Massaker ist auch das Massaker vom 21. Juni unaufgeklärt. Die Tageszeitung «La Jornada» kommt zu dem Schluss, dass das Abschlachten der indigenen Bevölkerung Teil einer Offensive der regionalen Mächte in Zusammenarbeit mit den Windunternehmen ist, um den Widerstand zu brechen.
Meldung aus factum 05/2020.
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