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von factum-Redaktion

Mensch

«Keine Religion des Friedens»

Der Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Magdeburg sei im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass die misslungene Zuwanderung in Deutschland seit Jahrzehnten die Infiltration aus gewalttätigeren Gesellschaften begünstigt habe, schrieb die niederländisch-amerikanische Politikerin mit somalischen Wurzeln, Ayaan Hirsi Ali, in einem beeindruckenden Essay in der «WELT».

Wie bei fast allen Terroranschlägen der letzten zwei Jahrzehnte in Europa sei der Täter in Magdeburg ein männlicher Einwanderer aus einem mehrheitlich muslimischen Land gewesen, mit einer gewalttätigen Vergangenheit und einer dokumentierten Feindseligkeit gegenüber seinem Gastland.

Während im Westen eine Mehrheitskultur entstanden sei, die Gewalt in der Erziehung ablehne, sei vielen nicht bewusst, wie archaisch andere Kulturen noch sein könnten. Ihre frühesten Kindheitserinnerungen hätten mit Gewalt zu tun. Nicht nur gewalttätige, sondern auch gewaltlose Verstösse seien mit Gewalt geahndet worden. Natürlich seien Muslime als Menschen nicht gewalttätiger als alle anderen, so Hirsi Ali. «Die menschliche Natur ist überall dieselbe, und Gewalt ist auch in westlichen Gesellschaften allgegenwärtig.» Aber im Unterschied zum Islam sei im Westen «Gewalt» ein belasteter Begriff. Hirsi Ali beschreibt weiter, wie in allen vier Gesellschaften, in denen sie, bevor sie nach Europa kam, lebte, Verstösse aller Art mit körperlicher Gewalt geahndet wurden. Deshalb fördere das weitreichende und eingehende Normen- und Bestrafungssystem des Islams eine Kultur, in der Gewalt oft die Standardmethode sei. Der Islam sei daher eindeutig «keine Religion des Friedens». Schon bei Kleinkindern werde «impulsive Gewalt mit korrigierender Gewalt bestraft». Bei jeder Gelegenheit lerne ein Kind, dass man mit Gewalt seinen Willen durchsetzen könne. Ein Angreifer, der mit seinem Gewaltimpuls durchkäme, würde dies so lange tun, «bis er auf eine stärkere Kraft trifft, die ihn überwältigen kann». Als Hirsi Ali 1992 nach Europa kam, fiel ihr auf, dass es hier «nur sehr wenig impulsive Gewalt gab». «Sowohl die Gewalttat selbst als auch der Impuls oder der Wunsch, Gewalt auszuüben, wurden stigmatisiert.»

In muslimischen Gesellschaften werde Gewalt auch kalkuliert und geplant eingesetzt als «Mittel zur Wiederherstellung der Ehre durch die Bestrafung unehrenhaften Verhaltens». Sie führe häufig zu einem brutalen Kreislauf aus Vergeltungsakten. Ehrgewalt sei auch ein immer häufigeres Mittel zur Kontrolle des weiblichen Verhaltens. Und dann gebe es natürlich noch die religiöse Gewalt. «Diese Art von Gewalt scheinen die Menschen im Westen am schwersten zu verstehen», ist Hirsi Ali überzeugt. Doch in muslimischen Gesellschaften sei es nicht nur denkbar, sondern sogar «erstrebenswert, im Namen Gottes und des Landes gewaltbereit zu sein». Sie sei auch ein Weg, Gott näher zu kommen, tugendhaft, edel und heilig zu sein. Hirsi Ali: «Diese Einstellung zu Gewalt ist dem modernen westlichen Denken ein Gräuel.» Der Westen habe eine Kultur, die Gewalt ablehne und gleichzeitig religiösen Pluralismus toleriere. «Der Fehler dabei ist aber die Annahme, dass diese Kultur aus friedlich koexistierenden Protestanten, Katholiken und Juden alle anderen Kulturen ebenfalls unter den gleichen Bedingungen aufnehmen kann – und damit nur eine weitere Religion in den Flickenteppich der religiösen Vielfalt eingefügt werden muss.» Aber so einfach sei das nicht. «Teilen die anderen Kulturen nicht die Auffassung, dass Gewalt ein Problem ist, können sie das ganze System umstürzen. Und genau das ist geschehen», bilanziert Hirsi Ali.

Meldung aus factum 02/2025

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