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von Thomas Lachenmaier
«Kein Problem damit»
Bei der Einführung des Gesetzes 2016 war Euthanasie ausschliesslich für schwerkranke, hoffnungslose Fälle vorgesehen. Die Kriterien wurden aber ständig erweitert. Jetzt hat Kanada «wohl das am weitesten geöffnete staatlich geförderte Suizidsystem der Welt», so das World Medical Journal. Von diesem März an kann auch jeder, der seine psychischen Probleme als «unerträglich» einstuft, die Euthanasie-Tötung in Anspruch nehmen. Das Quebec College of Physicians fände es auch legal, schwerkranke oder behinderte Neugeborene zu töten. Überdurchschnittlich häufig sind ärmere Menschen davon betroffen, weil Erkrankungen oder Behinderungen neben seelischen Nöten häufig auch Armut zur Folge hat. Bischöfe betonen, dass bei der Freigabe der Tötung auch das Geld eine Rolle spielt: Das Gesundheitssystem werde durch Euthanasie um 90 Millionen kanadische Dollar (55 Mio. Euro) entlastet. Schwerkranke Patienten wurden bereits, wie der 47-jährige Roger Foley, von ihrer Klinik auf die hohen Kosten ihrer Behandlung hingewiesen und gefragt, ob sie kein Interesse an «Sterbehilfe» hätten. Bei der Einführung des Gesetzes 2016 hatte der Autor Kevin Yuill gewarnt, damit werde «die Büchse der Pandora» geöffnet. Heute ist es eine massive Bedrohung für Schwache und Behinderte. Prof. Dr. Ellen Wiebe (University of British Columbia), die mehr als 400 Euthanasien durchgeführt hat, erklärte, es sei für sie «kein Problem», jetzt auch psychisch Kranke einzuschläfern: «Ich bin froh, dass ihr Leiden als gleichberechtigt mit Menschen mit körperlichen Krankheiten anerkannt wird.» Professor Tim Stainton, Direktor des «Canadian Institute for Inclusion and Citizenship» (University of B.C.) bezeichnete das Gesetz als die «wahrscheinlich grösste existenzielle Bedrohung für Menschen mit Behinderungen seit dem Programm der Nazis in Deutschland in den 1930er-Jahren».
Meldung aus factum 02/2023
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