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von Michael Kotsch
Kämpfer für Gottes Wort
John Warwick Montgomery ist in der englischsprachigen Welt einer der bekanntesten lebenden christlichen Apologeten. Von seinen mehr als 50 Büchern und rund 180 wissenschaftlichen Aufsätzen wurden bisher allerdings nur wenige ins Deutsche übersetzt, sodass ihn hierzulande zumeist nur Spezialisten gelesen haben. Die Themen seiner Untersuchungen sind breit gefächert. So schrieb er unter anderem über Jesus als Anwalt, über die Verdammungsurteile der katholischen Kirche, über Glaubensgrundlagen für intelligente Menschen, über Gottes Gesetz hinter der Rechtsprechung, die Bedeutung der Menschenrechte und über die Inspiration der Bibel.
Mit insgesamt 11 Universitätsabschlüssen ist Montgomery ein absoluter Ausnahmewissenschaftler, mit einer interdisziplinären Sicht der Dinge. Neben einigen Bachelor- und Masterabschlüssen hat er drei Doktortitel in Theologie, Philosophie und Jura. Als Anwalt hat er sich auf die Verteidigung der Religionsfreiheit spezialisiert und war in dieser Funktion schon mehrfach beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.
Elf Universitätsabschlüsse, drei Doktortitel
John Warwick Montgomery wurde 1931 in Warschau geboren, allerdings nicht in der Hauptstadt Polens, sondern in einem gleichnamigen Ort nahe der amerikanischen Grossstadt Buffalo. Seine Vorfahren waren ehemals aus Irland eingewandert. Der Vater betrieb in einer ländlichen Umgebung ein Geschäft für Futtermittel. Von klein auf interessierte sich Montgomery für viele Wissenschaftsbereiche, insbesondere für alles, was mit dem christlichen Glauben zusammenhing. Mit den Jahren entwickelte er eine feste Beziehung zu Gott und ein grundlegendes Vertrauen in die absolute Zuverlässigkeit der Bibel.
Montgomery studierte ab 1949 Philosophie an der Cornell University und anschliessend Bibliothekswesen an der University of California. Daran schlossen sich in den folgenden Jahren zahlreiche weitere Studiengänge an. Jura studierte er, um in der Lage zu sein, die dort erlernte logische Beweisführung besser auf die Verteidigung des christlichen Glaubens anzuwenden. Ausserdem ging es ihm darum, Christen juristisch beistehen zu können, wenn sie gesellschaftlich angegriffen und diskriminiert werden.
Über Jahrzehnte hinweg setzte sich Montgomery an Hochschulen mit Philosophie, Geschichte, Rechtsprechung und ihren jeweiligen Bezügen zum christlichen Glauben auseinander. An verschiedenen Universitäten in den USA und in Europa war er als Professor tätig, unter anderem für Kirchengeschichte, Jura und Apologetik.
In den 1960er-Jahren war Montgomery eine der wichtigsten Stimmen evangelikaler Christen in den USA. Jahrelang schrieb er für Christianity Today, die wichtigste evangelikale Zeitschrift der USA (1965–1983). Seine viel beachteten Aufsätze erschienen ausserdem in Zeitschriften wie Bibliotheca Sacra, Christian Century, Fides et Historia, Journal of the Evangelical Theological Society, Law and Justice und New Oxford Review.
In seinen vielfältigen Studien konzentrierte sich Montgomery vor allem auf die Verteidigung der absoluten Zuverlässigkeit der Bibel, auf die Untermauerung der Gottheit Jesu und drittens auf den Entwurf einer spezifisch christlichen Sicht der Geschichte. Darüber hinaus beschäftigte er sich auch sehr qualifiziert mit umstrittenen ethischen Fragen, beispielsweise mit der Stammzellenforschung, der Euthanasie, der Abtreibung und der Ehescheidung.
Lesen Sie den ganzen Artikel in factum 04/2023
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