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von Interview: Raphael Berger
«Ja zum Kind»
factum: Frau Geissbühler, um was geht es bei diesen Initiativen?
Andrea Geissbühler: «Einmal darüber schlafen» ist eine Volksweisheit, die vor unüberlegten Entscheiden schützen soll. Gerade im Schwangerschaftskonflikt soll diese Weisheit schwangeren Frauen helfen, keine Entscheide unter Druck oder Stress zu treffen, die sie nachher bitter bereuen. Bereits 18 europäische Staaten kennen eine Bedenkzeit. Darunter sind beispielsweise Deutschland und Italien. So beträgt die Bedenkzeit in Deutschland drei und in Italien sogar sieben Tage. Nach einer Bedenkzeit von mindestens einem Tag zwischen der ärztlichen Beratung und dem Eingriff ändern schätzungsweise 1000 Frauen pro Jahr in der Schweiz ihre Absicht abzutreiben und sagen Ja zum Kind. Auch Schweizer Gynäkologen unterstützen eine solche Bedenkzeit, in welcher Frauen den vom Arzt ausgehändigten Leitfaden lesen und sich Hilfe holen können. Die zweite Initiative, «Lebensfähige Babys retten», will, dass ungeborenen Babys ab der 22. der 40 Schwangerschaftswochen ein absolutes Recht auf Leben zugestanden wird, wie es Frühgeborene haben. Die jüngsten Frühgeburten kommen bereits dann oder noch früher zur Welt und können – allenfalls unter Einsatz intensivmedizinischer Massnahmen – ohne Schädigung überleben. In der Schweiz werden jährlich zwischen 50 und 100 solcher Babys abgetrieben. Die Volksinitiative will auf diese schockierenden und barbarischen Spätabtreibungen aufmerksam machen und jede gesetzliche Regelung aufheben, die erlaubt, dass unabhängig vom Mutterleib lebensfähige Babys vorgeburtlich getötet werden.
factum: Damit eine Initiative zustande kommt, braucht es 100 000 gültige Unterschriften, die bis am 21. Juni 2023 gesammelt werden müssen. Wie ist der aktuelle Stand?
Geissbühler: Eine genaue Zahl kann ich nicht nennen, da es derzeit natürlich täglich ändert. Aber es ist so, dass wir bei beiden Initiativen im Rückstand sind, wobei die Initiative «Einmal darüber schlafen» etwas besser läuft.
factum: Wie kann man Sie konkret unterstützen?
Geissbühler: Da gibt es verschiedene Varianten. Natürlich zuerst selbst unterschreiben. Eine gute Sache sind auch Unterschriftensammlungen im persönlichen Umfeld, unter Freunden und Bekannten oder in der Gemeinde/Kirche. Man kann Unterschriftenbögen anfordern und immer ein paar mitführen. Da eine Initiative viel Geld kostet, sind wir dankbar für jede Spende. Über unsere Homepage kann auch die Initiativzeitung abonniert werden. So bleibt man auf dem Laufenden. Sehr dankbar sind wir auch für die Unterstützung im Gebet.
factum: Vielen Dank für das Gespräch. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und dass die beiden Initiativen zustande kommen.
1 www.einmal-darueber-schlafen-initiative.ch
2 www.lebensfaehige-babys-retten-initiative.ch
Interview aus factum 02/2023
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