Uhr
von Thomas Lachenmaier

Mensch

Im Zustand permanenter Unruhe

Der Mensch als Anhängsel seines Smartphones: Ständig erreichbar sein, permanent in der Anspannung einer digitalen Erwartungshaltung, ohne Unterlass in dem Gefühl zu leben, man könne etwas verpassen und müsse unverzüglich auf eingehende Botschaften reagieren.

Der britische Journalist Johann Hari macht sich in dem Buch «Stolen Focus. Why You Can’t Pay Attention» Gedanken über dieses fatale Leben in der Abhängigkeit von einem technischen Gerät und bezeichnet es als «Aufmerksamkeitsvernichter». Er empfiehlt, sich dem Smartphone regelmässig und für längere Zeit zu entziehen, um die Selbstkontrolle zurückzugewinnen. Eine Reihe negativer Veränderungen, die er an sich durch die Handynutzung festgestellt hatte, bewogen ihn dazu, für drei Monate komplett auf das Handy zu verzichten. Im Banne seines Handys zu leben versetze Körper und Geist in einen permanenten Alarmzustand, was zu Erschöpfung, schlechtem Schlaf und dem Verlust der Aufmerksamkeitsfähigkeit führe. Es gelinge nicht mehr, sich längerer Zeit in Ruhe einer Sache zu widmen. Auch schaffe man es nicht mehr, in den angenehmen «Flow»-Zustand konzentrierten, fokussierten und entspannten Arbeitens zu gelangen. Die Lesefähigkeit werde durch Smartphone-Nutzung ruiniert. Johann Hari schreibt, er habe «sein Hirn zurückgewonnen» durch die digitale Abstinenz. Die Journalistin Eva Birninger, die das Handy nicht vor 11.30 Uhr nutzt und nicht nach 21 Uhr, berichtet, dass sie nie so produktiv sei wie in den Morgenstunden ohne Handy. Die Influencerin Madeleine Alizadeh hat das Handy nur noch zweieinhalb Stunden am Tag eingeschaltet und verzichtet an einem Tag in der Woche komplett auf die Nutzung Sozialer Medien. Sie sei «immer wieder beeindruckt von der Klarheit», die sie dadurch erhalte. Aufgrund ihres «übermässigen Konsums digitaler Medien» habe sie sich «in einem ständigen Kampf- oder Fluchtzustand» befunden. Die Silicon-Valley-Elite schicke ihre Kinder auf smartphonefreie Montessori-Schulen, berichtet Johann Hari in seinem Buch. Der Verlust an Aufmerksamkeitsfähigkeit, an Ruhe und Lesefähigkeit ist aus geistlicher Sicht von hoher Relevanz. Ein christliches Leben ist ohne die Fähigkeit, in Ruhe Gottes Wort zu lesen, sich ihm auszusetzen, kaum vorstellbar. Die Selbstkontrolle über seine Zeitnutzung und geistige Autonomie zurückzugewinnen hat deshalb grosse Bedeutung für Christen. Tage und Tageszeiten ohne Handynutzung einzuplanen, kann ein hilfreicher Weg sein.

Meldung aus factum 04/2022

Zurück

Wir möchten eine klare christliche Stimme in unserer Gellschaft sein - unabhängig, bibeltreu und aktuell.
Damit das gelingt, sind wir auf Ihre unterstützung angewiesen.

Neue News

© shutterstock.com/concepts
Glaube

Christen im Visier

Die Situation der verfolgten Christen in Pakistan wird immer schlimmer. Das ist auch eine Folge der Blasphemie-Gesetze. Abschätziges Reden über den Koran oder über Mohammed kann in Pakistan mit dem Tod bestraft werden.

[mehr] Christen im Visier
© shutterstock.com/SerPhoto
Glaube

Wie Jesus Europa reich macht(e)

Die westliche Kultur ist Sinnbild für Freiheit, Menschenwürde und Wohlstand. Der Anthropologe Joseph Henrich erforscht deren Gründe. Seine interessanten Ergebnisse gibt es nun in Buchform.

[mehr] Wie Jesus Europa reich macht(e)
© shutterstock.com/Andrei-Dubadzel
Natur

Abfall aufgewertet

Forscher der ETH Zürich und der Empa haben einen Weg gefunden, Sägemehl, das heute meist als Abfall im Ofen landet, mit einem Mineralbinder zu einem schwer entflammbaren, robusten Material zu pressen. (1) Dieses ist sogar kreislauffähig.

[mehr] Abfall aufgewertet

Mehr entdecken

ethos – Glaube. Schöpfung. Welt.

Neben factum gibt der Schwengeler Verlag eine weitere Zeitschrift heraus. ethos macht Mut, informiert über Zeittrends und erleichtert die Meinungsbildung. Die Familienzeitschrift erscheint 12-mal jährlich und spricht alle Altersgruppen an. Das Evangelium von Jesus Christus steht im Zentrum und bringt damit die Frohe Botschaft mitten ins Leben.

open hands – Hoffnung, die hilft.

Die christlich-soziale Osthilfe unterstützt Menschen in
Rumänien – praktisch, herzlich und im Vertrauen auf
Gottes Wort.