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von Raphael Berger

Mensch

«Haus, das Verrückte macht»

Forscher des Ifo-Instituts wollten sämtliche Sozialleistungen und deren Wirkung erfassen. Sie scheiterten. Entstanden ist stattdessen eine «Inventur», die 502 (!) verschiedene Sozialleistungen in einer Datenbank auflistet. Doch auch hier gibt es keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Eines muss man den Forschern lassen: Ihren Humor haben sie nicht verloren. «In gewisser Weise erging es uns ähnlich wie Asterix und Obelix auf der Suche nach Passierschein A38 im ‹Haus, das Verrückte macht›», schrieben sie in ihrem Bericht. Sie nehmen dabei Bezug auf eine Filmszene in «Asterix erobert Rom», in der Asterix und Obelix im «Haus, das Verrückte macht» als achte Aufgabe den Auftrag erhalten, den «Passierschein A38» zu besorgen, den man angeblich am Schalter 1 erhält. Was folgt, ist eine nervenaufreibende Odyssee durch das Gebäude, die beinahe zum Nervenzusammenbruch der beiden führt. So ähnlich haben sich wohl die Ifo-Forscher gefühlt: «Die Vielzahl an Vorschriften und Leistungen liess die Aufgabe beinahe unlösbar erscheinen.» Selbst mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz sei es nicht möglich gewesen, sämtliche Leistungen eindeutig zu erfassen. Nicht einmal berücksichtigt sind die Hilfen von Ländern und Kommunen.

Inzwischen fliesst in Deutschland fast die Hälfte des Bundeshaushalts in Sozialleistungen, Rentenzuschüsse und Transfers, seit 1992 haben sich die Sozialausgaben in absoluten Zahlen nahezu verdoppelt. Doch – und das zeigte der Ifo-Versuch – niemand hat mehr den Überblick. Es ist ein System, das sich selbst kaum mehr steuern lässt, ein Paradebeispiel für die ausufernde Bürokratie. Wie verlockend wäre da die Aussicht, man könnte wie Asterix im Film den Spiess umdrehen und die Beamten mit der Frage nach «Passierschein A39» selbst zur Verzweiflung bringen. Doch das geht nur im Film.

Meldung aus factum 01/2026

 

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