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von Thomas Lachenmaier
Extremer als bislang bekannt
Die «Weltorganisation für Meteorologie» (WMO) ging davon aus, dass ein Blitz maximal 32 Kilometer lang sein und nicht länger als eine Sekunde dauern könne. Die WMO, eine Organisation der Vereinten Nationen, hat jetzt ermittelt, dass Blitze wesentlich extremer sein können als bisher angenommen. Wissenschaftler konnten einen Blitz aufzeichnen, der 7,14 Sekunden den Himmel über Südwestfrankreich erhellte. Er schoss 200 Kilometer waagrecht über den Himmel. Die Entladung hatte sich von einer Wolke zu einer anderen übertragen. Der bislang längste Blitz, den Meteorologen aufzeichnen konnten, überbrückte eine Distanz von 321 Kilometern. Er zuckte über den Süden der USA im Bundesstaat Oklahoma.
Die neueren Erkenntnisse werden durch «dramatische Verbesserungen» der Fern-erkundung möglich, berichten Forscher der WMO. Sie gehen davon aus, dass es noch längere Blitze gibt als die, von denen man bis jetzt weiss. Noch immer ist nicht genau bekannt, wie Blitze eigentlich entstehen. Man nimmt an, dass sich winzige Partikel in der Luft elektrisch unterschiedlich aufladen. Teilchen mit positiver Ladung werden von Aufwinden in die Höhe getragen. Zugleich sind Wolken in niedrigerer Höhe negativ geladen. Es baut sich eine Spannung von mehreren 100 Millionen Volt auf. Wenn sie sich mit einem Schlag entlädt, blitzt es. Die auch «Stromfackeln» genannten Blitze sind 30 000 Grad heiss, sechsmal heisser als die Oberfläche der Sonne. Weil sich die Hitze explosionsartig ausdehnt, donnert es.
In der Bibel ist vielfach von Blitzen die Rede. Gott ist es, der Blitzen den Weg gibt, steht bei Hiob (28,26). Das Reden Gottes war zum Teil von Blitzen begleitet, mit Blitz und Donner hat er seine Macht erwiesen, so etwa, um dem Pharao zu verdeutlichen, dass er das Volk Israel ziehen lassen soll (2. Mose 9). «Seine Blitze erleuchten den Erdkreis, das Erdreich sieht es und erschrickt», heisst es in Psalm 97. Das Kommen des Messias wird mit einem Blitz verglichen, der vom Osten ausgeht und bis zum Westen leuchtet, verheisst Matthäus 24.
(Artikel aus factum 9/2016)
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