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von factum-Redaktion
Ein klares Verbot
Neun Mitglieder der Klinik wurden festgenommen. Das Netzwerk war seit einem Jahrzehnt in mehreren griechischen Städten aktiv. Bei der Razzia wurden 30 junge Frauen entdeckt, die als Leihmütter festgehalten wurden.
Die Frauen stammten aus Ländern wie der Ukraine, Rumänien, Moldawien, Georgien und Albanien. Sie waren in schwierigen finanziellen Situationen, wurden dazu überredet, nach Kreta zu kommen, um ihre Eizellen zu verkaufen oder als Leihmütter zu arbeiten. Dort wurden sie unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten. Ihr Lohn betrug 200 bis 600 Euro. Die griechischen Behörden untersuchen nun 400 Fälle von mutmasslichem Betrug, Korruption und Menschenhandel.
Griechenland verbietet die kommerzielle Leihmutterschaft, allerdings dürfen «altruistische» (uneigennützige) Leihmütter eine Entschädigung von bis zu 10 000 Euro erhalten. Seit 2014 ist es auch Ausländern erlaubt, ein Baby von einer Leihmutter in Griechenland austragen zu lassen. Damit wurde der Markt angekurbelt. Die Wiener Ethikerin Susanne Kummer vom «Institut für Medizinische Anthropologie und Bioethik» IMABE bezeichnete die «altruistische» Leihmutterschaft entsprechend als «eine Farce». Kinder und Frauen hätten unveräusserliche Rechte. «Wer Kinder zum Vehikel für Elternwünsche macht, Frauen auf ein mietbares Objekt reduziert und Nachwuchs gegen Geld handelt, verstösst eklatant gegen die Menschenrechte», betont die Ethikerin. Statt Leihmutterschaft zu legalisieren oder – wie derzeit auf EU-Ebene geplant – zu vereinfachen, sollten «Gesetze Frauen Schutz vor Ausbeutung und Selbstausbeutung bieten», fordert Kummer. Es brauche ein klares internationales Verbot der Leihmutterschaft.
Meldung auf factum 06/2023
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