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von factum-Redaktion

Natur

Die Nase machts vor

Für einmal wurden Forscher nicht im Reich der Tiere oder bei Pflanzen fündig, sondern beim Menschen: Nach dem Vorbild unserer Nasenschleimhaut entwickelten sie einen Luftfilter, der selbst kleinste Partikel auffängt, ohne dabei den Luftstrom zu behindern.

Ihre Ergebnisse1 veröffentlichte das internationale Forscherteam in der Zeitschrift Nature. «Diese Technologie ist ein Schritt in Richtung langlebiger, energieeffizienter Filtersysteme», erklärt Dr. Michael Kappl vom Max-Planck-Institut für Polymerforschung in Mainz. Besonders beeindruckend sei, dass selbst ultrafeine Partikel im Nanometerbereich zuverlässig gebunden werden. Er und sein Team wirkten beim Projekt mit.

Die Wissenschaftler haben inspiriert von den mit Schleim bedeckten Nasenhärchen im menschlichen Körper einen Filter entwickelt, der eine hauchdünne Flüssigkeitsschicht nutzt, um Partikel mithilfe von Kapillarkräften festzuhalten. Zwischen den Staubpartikeln und den Fasern des Filters bilden sich Flüssigkeitsbrücken, welche verhindern, dass sich die Staubpartikel ablösen. Das führt zu kompakten Staubaggregaten. Anders als herkömmliche Filter bleibt der neue Filter länger durchlässig – bei gleichzeitig hoher Filterleistung.

Diese neue Technologie eignet sich für zahlreiche Einsatzbereiche wie zum Beispiel in Lüftungs- und Klimaanlagen, in industriellen Abluftsystemen, bei medizinischen Schutzmasken und Reinräumen oder als Staub- und Rauchfilter in städtischen Gebieten. Durch die hohe Partikelbindung bei gleichzeitig geringem Energieverbrauch kann die Technologie langfristig Kosten senken und Umweltbelastungen verringern.
1    https://doi.org/10.1038/s41586-025-09156-y 

Meldung aus factum 05/2025

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