© shutterstock.com/StunningArt

Uhr
von bhw

Mensch

Die grosse Verschwörung

Der Teufel konspiriert seit Anbeginn der Weltgeschichte mit List und Tücke gegen Gott und die Menschheit. Klar benennen, um was es bei einer Verschwörungstheorie geht, ist nötiger denn je.

Die Begriffe Verschwörungstheorie sowie Verschwörungstheoretiker haben seit 2020 Hochkonjunktur, doch während früher der Verschwörungstheoretiker ein Kritiker war, der Theorien durch Recherchen überprüfte, wird der Begriff heute als Schimpfwort gebraucht. Meist wird der Verschwörungstheoretiker zusammen mit Esoterikern in die rechte Ecke gestellt, was davon abschreckt, sich noch kritische Gedanken gegenüber Politik und Medien zu machen.

Begriffsdefinition

Im ursprünglichen Sinne ist eine Verschwörungstheorie der Versuch, einen Zustand, ein Ereignis oder eine Entwicklung durch eine Verschwörung zu erklären, also durch das zielgerichtete, konspirative Wirken einer meist kleinen Gruppe von Akteuren zu einem oftmals illegalen oder illegitimen Zweck. Heute allerdings wird eine Verschwörungstheorie häufig mit einer Lüge gleichgesetzt. Dabei ist das, was gestern noch Verschwörungstheorie war, heute oft schon wieder allgemeine Wahrheit. So war es beispielsweise am 14. März 2020 noch eine Verschwörungstheorie, zu behaupten, die Bundesregierung plane einen Lockdown. Das Bundesgesundheitsministerium twitterte an dem Tag, man solle helfen, die Verbreitung dieser Falschmeldung zu stoppen, wie auch das ZDF meldete. Auch dass Saddam Hussein keine Massenvernichtungswaffen besitze und der Grund des Militäreinsatzes der USA 2003 gegen den Irak erlogen war, galt lange als Verschwörungstheo­rie – bis die Wahrheit auf den Tisch kam.

Zwei Jahre lang bezeichnete man auch die Echtheit von belastenden Daten und Hinweisen auf kriminelle Machenschaften auf dem Laptop von Präsident Bidens Sohn Hunter, den dieser zur Reparatur gebracht und nicht abgeholt hatte, als Verschwörungstheorie und russische Propaganda. Doch im März und April bestätigten die «New York Times», die «Washington Times» und die Schweizer «Weltwoche» die Echtheit der Vorwürfe, am 31. Mai die «NZZ». Die «Weltwoche», welche eine Kopie der belastenden Dateien besitzt, brachte am 26. April ein Interview über den brisanten Inhalt. Gegen Hunter Biden läuft nun ein Prozess wegen Geldwäsche und Verletzung von Steuer- und ausländischen Lobbygesetzen. Die Laptop-Mails belegen auch, dass US-Präsident Joe Biden entgegen seinen Beteuerungen in die Geschäfte seines Sohnes verwickelt war. Dies könnte zu einem Impeachment-Verfahren führen.

«Radio München» veröffentlichte kürzlich einen Beitrag des englischen Journalisten Tim Foyle. Foyle meint, dass nicht die Verschwörungstheoretiker, sondern die «Verschwörungsleugner», wie er sie nennt, naiv sind, wenn sie meinen, die Mächtigen würden es immer gut mit einem meinen. Er schreibt: «Wir wissen, dass Drehtüren zwischen Unternehmen und Politik, Lobbysystem, korrupten Aufsichtsbehörden, den Medien und der Justiz dazu führen, dass Fehlverhalten nur extrem selten geahndet wird. Wir wissen, dass Regierungen wiederholt die Rechte des Volkes ignorieren oder mit Füssen treten.» Foyle weiter: «Warum sträuben sich ansonsten vollkommen intelligente, nachdenkliche und rational denkende Menschen gegen die Behauptung, Soziopathen würden sich verschwören, um sie zu manipulieren und zu täuschen? Und warum verteidigen sie diese unbegründete Position mit solcher Vehemenz? Die Geschichte kennt die Machenschaften von Lügnern, Dieben, Tyrannen und Narzissten und ihre verheerenden Auswirkungen. Auch in der heutigen Zeit gibt es zahlreiche Beweise für Korruption und aussergewöhnliche Täuschungen. Wir wissen ohne Zweifel, dass Politiker lügen und ihre Verbindungen verbergen und dass zahlreiche Unternehmen routinemässig eine völlige Verachtung für moralische Normen an den Tag legen.» Er erklärt: Weil «Verschwörungsleugner» das kindliche Vertrauen zu Eltern auf die Politik übertragen, klammerten sie sich an die Fantasie, dass oberhalb einer bestimmten Ebene der gesellschaftlichen Hierarchie Korruption, Betrug, Bösartigkeit und Narzissmus auf mysteriöse Weise verdampften – ja gar, dass je mächtiger jemand ist, er umso mehr Integrität an den Tag legen würde. Ihr Gefühl des Wohlbefindens, der Sicherheit, des Komforts, haben die «Verschwörungsleugner» vollständig in diese Fantasie investiert. Jede Andeutung von Kritikern, es könnte anders sein, empfänden sie als persönlichen Angriff.

Lesen Sie den ganzen Artikel in factum 04/2022

 

Zurück

Wir möchten eine klare christliche Stimme in unserer Gellschaft sein - unabhängig, bibeltreu und aktuell.
Damit das gelingt, sind wir auf Ihre unterstützung angewiesen.

Neue News

© shutterstock.com/concepts
Glaube

Christen im Visier

Die Situation der verfolgten Christen in Pakistan wird immer schlimmer. Das ist auch eine Folge der Blasphemie-Gesetze. Abschätziges Reden über den Koran oder über Mohammed kann in Pakistan mit dem Tod bestraft werden.

[mehr] Christen im Visier
© shutterstock.com/SerPhoto
Glaube

Wie Jesus Europa reich macht(e)

Die westliche Kultur ist Sinnbild für Freiheit, Menschenwürde und Wohlstand. Der Anthropologe Joseph Henrich erforscht deren Gründe. Seine interessanten Ergebnisse gibt es nun in Buchform.

[mehr] Wie Jesus Europa reich macht(e)
© shutterstock.com/Andrei-Dubadzel
Natur

Abfall aufgewertet

Forscher der ETH Zürich und der Empa haben einen Weg gefunden, Sägemehl, das heute meist als Abfall im Ofen landet, mit einem Mineralbinder zu einem schwer entflammbaren, robusten Material zu pressen. (1) Dieses ist sogar kreislauffähig.

[mehr] Abfall aufgewertet

Mehr entdecken

ethos – Glaube. Schöpfung. Welt.

Neben factum gibt der Schwengeler Verlag eine weitere Zeitschrift heraus. ethos macht Mut, informiert über Zeittrends und erleichtert die Meinungsbildung. Die Familienzeitschrift erscheint 12-mal jährlich und spricht alle Altersgruppen an. Das Evangelium von Jesus Christus steht im Zentrum und bringt damit die Frohe Botschaft mitten ins Leben.

open hands – Hoffnung, die hilft.

Die christlich-soziale Osthilfe unterstützt Menschen in
Rumänien – praktisch, herzlich und im Vertrauen auf
Gottes Wort.