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von Maurizio Veneziani

Glaube

Der Sohn des Trostes

Wir erfahren in der Bibel nicht viel über Barnabas. Wie so oft schweigt sie dort, wo wir viel reden würden. Doch das Wenige, was die Bibel erwähnt, ist uns Vorbild und Aufgabe zugleich.

Barnabas wird nur selten und hauptsächlich in der Apostelgeschichte erwähnt. Aber das Wenige, das über ihn geschrieben wurde, ist von grosser Bedeutung und wirft ein spezielles Licht auf ihn. Wir können viel davon lernen. Sein ursprünglicher Name war Josef. Barnabas nannte man ihn erst, nachdem er sich durch seine Art, mit Menschen umzugehen, so sehr auszeichnete. Apostelgeschichte 4,36–37: «Josef aber, der von den Aposteln Barnabas genannt wurde – das heisst übersetzt: Sohn des Trostes –, ein Levit, aus Zypern gebürtig, der hatte einen Acker und verkaufte ihn und brachte das Geld und legte es den Aposteln zu Füssen.»

Barnabas, Sohn des Trostes. Das griechische Wort paraklesis bedeutet Trost, Ermahnung, Ermunterung. Das ist eine wichtige Aufgabe für uns Christen. Denn wer, wenn nicht wir, ist in einer hoffnungslos entmutigten Welt besser geeignet und bewaffnet, Trost zu spenden und Mut zu machen? Wir haben eine Frohe Botschaft zu verkünden, die beste Hoffnung, die ein Mensch haben kann.

Barnabas erhielt seinen neuen Namen, weil in seinem Leben die verwandelnde Kraft des Evangeliums von Jesus Christus sichtbar wurde. Jesus Christus wirkte in ihm. Man konnte sehen, wer sein Leben bestimmte und in wem er verwurzelt war. In Römer 15,5 heisst es: «Der Gott der Geduld und des Trostes gebe euch, untereinander eines Sinnes zu sein, Christus Jesus gemäss.» Hier wird uns gesagt, dass unser Herr der Gott des Trostes ist. Barnabas lebte diese Gemeinschaft mit dem Herrn, und so kamen diese Eigenschaften auch bei ihm deutlich zum Ausdruck.

Nachhaltige Veränderung in unserem Leben geschieht nicht durch eigene Anstrengung. Veränderungen, die durch unsere eigenen Bemühungen zustande kommen, sind in der Regel nicht von Dauer. Wir können zwar aus eigener Kraft versuchen, das Leben Jesu und die Frucht des Heiligen Geistes nachzuahmen, aber wir werden immer an unserer Unfähigkeit, unserem Versagen und an unserer alten Natur scheitern, die Unzucht, Unreinheit, Neid, Eifersucht, Streit und vieles mehr hervorbringt.

Von Barnabas lesen wir in Apostelgeschichte 11,24, dass er ein bewährter Mann war, voll Heiligen Geistes und Glaubens. Barnabas besass diese Eigenschaften, weil er eine echte Bekehrung zum Herrn Jesus erlebt hatte und weil er dem Herrn in seinem Herzen Raum gab. Er war bereit zu gehorchen, nachzufolgen und sich in unsichere und unbequeme Situationen zu begeben, weil er wusste, dass der Herr die Kontrolle hatte. Jeder konnte sehen, dass er sich ganz der Sache des Herrn hingab. Barnabas war nicht ichbezogen. Er dachte an andere, er diente dem Auftrag Jesu in der Gemeinde, und das hatte praktische Auswirkungen.

Ein Türöffner für andere

Als Paulus nach seiner Bekehrung nach Jerusalem kam, versuchte er, sich zu den Jüngern zu halten. Diese hatten jedoch Angst vor ihm. Sie zweifelten an der Echtheit seiner Bekehrung und dachten, er sei immer noch eine Gefahr für die Christen. Barnabas verhielt sich anders. War er weniger voreingenommen? Oder hatte er mehr Vertrauen, war er weitherziger? Jedenfalls nahm er Paulus zu sich und sprach zuerst mit ihm statt über ihn. Er prüfte die Echtheit seiner Bekehrung und seine Absichten. Dann führte er ihn in die Gemeinde zu den Aposteln und öffnete Paulus die Tür zur Gemeinschaft mit den anderen. Er gab ihn nicht auf, bevor er ihn genauer kennengelernt hatte (Apg. 9,26–28).

Lesen Sie den ganzen Artikel in factum 02/2024

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