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von Thomas Lachenmaier
Der Dankbare erkennt
Das Streben nach Erkenntnis ist nicht zweckfrei. Es geht eigentlich darum, eine Wegweisung zu erhalten: Forschung wird betrieben, um die Erkenntnisse anwenden zu können. Wie kann man etwas machen? Für welche Option soll man sich, bei verschiedenen Alternativen, entscheiden? Die Bibel lehrt: «Wer Dank opfert, verherrlicht mich und bahnt einen Weg (dort ist ein Weg); ihn werde ich das Heil Gottes sehen lassen» (Ps. 50,23). Danken bringt Erkenntnis über den zu gehenden Weg, eine Wegweisung.
Im Danken machen wir uns bewusst, wie reich Gott uns beschenkt (ihm verdanken wir unser Leben) und wo er uns bewahrt und geführt hat. Dank hilft uns zur Orientierung, hilft uns, die richtigen Entscheidungen zu treffen, ermutigt uns, richtet uns auf und aus, macht uns bereit, loszugehen. Dank ist eine Folge der Erkenntnis Gottes. Auch das Umgekehrte gilt: Dank gibt uns tiefere Erkenntnis über Gottes Wesen. Wer dankt, sieht, wie viel Grund zu danken er hat.
Danken relativiert das Negative: Man sieht, was es daneben an Positivem gibt. Oft erkennt man erst im Rückblick das Positive im Negativen. Eine dankbare Lebenshaltung öffnet den Blick für eine differenzierte Wahrnehmung von Ereignissen, gerade auch von persönlichen Erlebnissen.
In notvoller Zeit gibt der Ausblick auf künftigen Anlass zum Danken neuen Mut (Ps. 42,6 und 12, Ps. 43,5). Danken stimmt fröhlich, klingt in Ps. 28,7 an. Dank gilt Gott dafür, wie er ist: «Danket dem HERRN, der er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich» (1. Chr. 16,34).
(Artikel aus factum 4/2017)
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