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von Thomas Lachenmaier
Das ist die andere Seite
Einst lebten in Marokko Hunderttausende Juden. Erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts wurden sie angegriffen, die meisten wanderten aus. Das marokkanische Königshaus ist positiv zur jüdischen und christlichen Minderheit eingestellt. Als Nazi-Deutschland vom König Marokkos die Namen der Juden verlangte, verweigerte der König dies: «Wir haben hier keine Juden, wir haben nur Marokkaner!»
Marokkos König besuchte in diesem Jahr wieder eine Feier zum Ende des Ramadan, zu der auch der örtliche Rabbiner eingeladen war. Als dieser das traditionelle jüdische Gebet für den König sprach, schloss dieser die Augen und sprach das Amen. Dies berichtete die Vizepräsidentin von «International Fellowship of Christians and Jews» (The Fellowship), Yael Eckstein. Sie war im Land, um Hilfslieferungen für bedürftige Juden und Muslime zu bringen. «The Fellowship» hilft zum Beispiel Terroropfern in Ägypten, die in der Folge oft materielle Not leiden. Eckstein berichtete von einer freundlichen Haltung marrokanischer Muslime zu Juden. Der alte jüdische Friedhof werde von Muslimen respektvoll bewahrt. Die muslimische Organisation «Mimouna» befasst sich mit jüdischer Geschichte und informiert über den Holocaust.
(Artikel aus factum 7/2017)
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