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von factum-Redaktion

Natur

«Bundesregierung muss umgehend und zielgerichtet umsteuern»

Deutschlands Ziele für die Energiewende seien «ambitioniert», schreibt der Bundesrechnungshof in einem Sonderbericht zur Umsetzung der Energiewende. «In der Umsetzung hinkt Deutschland diesen Zielen aber deutlich hinterher», so das Fazit. Die Bundesbehörde spart nicht mit Kritik.

Bis 2030 will Deutschland 80 Prozent seines Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien decken. Das Beratungsunternehmen EY rechnet im «Fortschrittsmonitor Energiewende 2024» vor, dass die Realisierung der Energiewende 1,214 Billionen Euro bis 2035 verschlingen wird. Durch die zunehmende Elektrifizierung dürfte der Verbrauch in den kommenden Jahren deutlich steigen. Gleichzeitig wurde der Ausstieg aus der Kernenergie im April 2023 vollzogen, der Kohleausstieg soll bis 2030 realisiert sein, am 1. April dieses Jahres gingen 15 Kohlekraftwerksblöcke vom Netz. Beim Ausbau der Erneuerbaren sei Deutschland dagegen «nicht auf Kurs», so der Rechnungshof. Es sei nicht absehbar, dass die Ausbauziele erreicht werden. Auch beim Netzausbau liege man erheblich hinter der Planung zurück. Man sei «sieben Jahre und 6 000 Kilometer» im Rückstand. Gleichzeitig bewertet der Rechnungshof die Annahmen der Bundesregierung beim Monitoring der Versorgungssicherheit als «wirklichkeitsfremd», ebenso seien die Strompreise in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen und gehörten «zu den höchsten in der EU».

Weil Deutschland auf konstant mehr Strom aus Wind und Sonne setzt, müssen die Netzbetreiber immer häufiger in die Stromproduktion eingreifen, um die Netze zu stabilisieren. Das Nachrichtenportal Nius.de machte publik, dass allein im Januar 1934 Interventionen notwendig waren. Kostenpunkt: 200 Millionen Euro. Im Jahr 2023 kostete die Stabilisierung der Netze 4,2 Milliarden Euro.

Meldung aus factum 04/2024

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