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von factum-Redaktion

Mensch

Bargeld oder Leben

Die EU und Grossbanken arbeiten daran, das Bargeld abzuschaffen. In einigen Ländern gibt es Vorstösse, die Wahlfreiheit über die Nutzung von Bargeld oder digitalem Geld zu erhalten. Eine Online-Petition zum Erhalt des Bargeldes hat bereits mehr als 200 000 Unterzeichner gefunden.

«Eine freie Gesellschaft braucht ein freies Zahlungsmittel, das nicht überwacht und gesteuert werden kann», heisst es auf der Website der Petition (https://bargeldverbot.info/petition/). Hakon von Holst, einer der Initiatoren, hat ein Buch zum Thema geschrieben («Krieg gegen das Bargeld – Warum wir Münzen und Geldscheine für unsere Freiheit benötigen», ISBN: 978-3-910568-21-1). 

Jede digitale Zahlung «kann überwacht, kontrolliert, eingeschränkt und eingestellt werden», warnen Bargeld-Befürworter. Die Konsequenzen einer Welt ohne Bargeld «tangieren jeden unserer Lebensbereiche». Wer nur noch digital bezahlt, «liefert sich freiwillig der totalen Kontrolle aus», schreibt Vera Lengsfeld auf achgut.com. Alles werde regis­triert: die ganze Lebensführung, das Konto als «Logbuch des Lebens». Sie erinnert an den Stromausfall in Spanien. Alle Zahlungssysteme standen still. Wer kein Bargeld hatte, konnte nichts mehr kaufen – nicht die dringend benötigte Milch fürs Baby, Medikamente, Tanken. Vera Lengsfeld, die bereits in der DDR als Bürgerrechtlerin Mut bewiesen hatte, erinnert daran, dass mit der Abschaffung des Bargeldes eine der wirkungsvollsten, neuen Strafen für Andersdenkende, die Kontokündigung, vollends wirksam werden kann. 

In den Niederlanden muss ein Beschluss für eine Bargeld-Annahmepflicht noch vom Oberhaus bestätigt werden. Grossbanken sollen verpflichtet werden, Geldautomaten anzubieten. Das ungarische Parlament hat eine Bargeld-Annahmepflicht beschlossen. Jede Gemeinde mit mehr als 1000 Einwohnern ist verpflichtet, Geldautomaten zur Verfügung zu stellen. In Belgien und Norwegen besteht eine Pflicht zur Bargeldannahme. In Deutschland «deuten sich keine Massnahmen zum Schutz von Bargeld an», so Hakon von Holst.

Meldung aus factum 06/2025

 

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