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von Tal Leder
Auch ein geistlicher Kampf
Hell scheint der Vollmond über der Negev-Wüste im südwestlichen Teil Israels. Alles wirkt so friedlich in der nächtlichen Idylle der wunderbaren Naturlandschaft. Plötzlich tauchen zwischen den Sanddünen die ersten Soldaten des «Caracal Battalion» auf, welche gerade von ihrem anstrengenden Nachtmarsch zu ihrer Militärbasis der Israelischen Verteidigungsarmee (IDF) zurückkommen. Das Besondere an diesem Armeekorps aber ist, dass es zu den drei kämpfen-den Infanterie-Einheiten (neben dem «Lions of Jordan Battalion» und dem «Cheetah Battalion») beim israelischen Militär gehört, das sich aus männlichen und weiblichen Soldaten zusammensetzt. Der Anteil der Frauen beträgt hier sogar über 70 Prozent.
Seit der Staatsgründung leisten die meisten säkularjüdischen Frauen in Israel ihren Wehrdienst. Inzwischen stossen viele von ihnen vermehrt in Kaderpositionen und Kampfeinheiten vor. So auch im «Caracal Battalion», wo Männer und Frauen gemeinsam dienen. Darunter sind nicht nur immer mehr Mädchen der ultraorthodoxen Gesellschaft, sondern vermehrt auch messianisch-jüdische junge Frauen, die an Jeschua, Jesus, als den auferstandenen Sohn Gottes, ihren Messias, glauben. Sie entscheiden sich zunehmend eher für den Militär- als den Zivildienst.
«Los, los Soldaten», brüllt die erst 20-jährige Offizierin Liora ihren Leuten hinterher, «noch einige Meter und wir haben es geschafft.» Die Kompanieführerin hat den Rang eines Hauptmann in einem der vier Bataillons von «Caracal». Persönlich überreicht sie jedem Einzelnen am Ziel das Abzeichen der Einheit. Sie haben damit ihre viermonatige Grundausbildung überstanden. Auch Liora ist messianische Jüdin.
Sie stammt ursprünglich aus Tel Aviv und war vor einigen Jahren sogar israelische Jugendmeisterin im Surfen. Als sie zwei Jahre alt war, emigrierte ihre gesamte Familie von Südafrika nach Israel. Liora gehört zu der wachsenden Gemeinde jesusgläubiger Juden im Heiligen Land. Einer aktuellen Studie zufolge sind 30 000 Israelis Mitglied einer messianischen Gemeinde. Dazu kommt eine unbekannte Zahl von jesusgläu-bigen Israelis, die noch nicht Mitglied einer Gemeinde sind (siehe factum 4/18, S. 46 ff., «Ich habe den Messias getroffen»).
Als messianische Juden glauben sie, dass Jesus der jüdische Messias ist, der entsprechend der biblischen Prophezeiung nach Jerusalem zurückkehren und in einem apokalyptischen Kampf den Antichristen besiegen und die Welt vom Tempelberg aus regieren wird. Lioras Eltern liessen sich noch vor der Geburt ihrer Tochter während eines USA-Besuchs taufen. «Als messianische Jüdin habe ich die Pflicht, meinem Land zu dienen und Israel zu beschützen – und Jesus zu folgen.» Liora wollte unbedingt in einer Kampfeinheit dienen. Es gibt heute kaum noch Vorbehalte gegen messianische Juden beim israelischen Militär, berichtet sie: «In unserem Bataillon geniesse ich den totalen Respekt und erlebe keine Feindseligkeiten, was meinen Glauben betrifft. Im Gegenteil, die meisten Soldaten sind sogar sehr daran interessiert und wollen viel darüber wissen.»
(Lesen Sie den ganzen Artikel in factum 05/2018)
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