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von factum-Redaktion

Natur

Arabien: einst grün und fruchtbar

Eine Studie (1), in der Mineralablagerungen aus Tropfsteinhöhlen untersucht wurden, zeigt: Auf der gesamten Arabischen Halbinsel regnete es früher regelmäs­sig. Das erleichterte Tieren und Menschen die Wanderung zwischen Afrika und Eurasien. Die Studie wurde in «Nature» veröffentlicht.

Die Arabische Wüste, die sich von der östlichen Sahara bis zur Arabischen Halbinsel erstreckt, ist heute eine der trockensten Regionen der Welt und somit eine der grössten geografischen Barrieren der Erde, die die Ausbreitung von Tieren zwischen Afrika und Eurasien behindert. Bisher war wenig über das dortige frühere Klima bekannt, da Analysen von Paläoklimaarchiven – wie etwa von Tropfsteinen – fehlten. Fossilienfunde belegen jedoch, dass hier vor etwa 400 000 Jahren2 wasserabhängige Tiere wie Krokodile und Nilpferde lebten. Und frühere Untersuchungen aus dem Oman und aus Jemen liessen auf wiederkehrende feuchte Klimaphasen bis vor 1,1 Millionen Jahren schliessen. Auch von der Sahara ist bekannt, dass sie in der Vergangenheit immer wieder ergrünte.
Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz mit Beteiligung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Goethe-Universität Frankfurt fand nun heraus, dass regenreiche Phasen auf der Arabischen Halbinsel über einen viel längeren Zeitraum und wesentlich weiter nördlich auftraten als bislang angenommen. Demnach erlebte Arabien während der vergangenen acht Millionen Jahre wiederholt niederschlagsreiche Perioden und war wahrscheinlich üppig begrünt. Die Ursachen sind laut der Studie tropische Niederschläge, die über die Jahre schwankten und insgesamt immer schwächer wurden. Verantwortlich dafür ist der Monsunregen, der sich durch die Abkühlung der Nordhalbkugel der Erde nach Süden verschob.

Die Wissenschaftler untersuchten Tropfsteine – Stalaktiten und Stalagmiten – aus Höhlen im heutigen Saudi-Arabien. Diese entstehen nur, wenn genug Regenwasser durch den Boden sickert. Anhand chemischer Analysen konnten die Forscher erkennen, in welchen Zeiträumen dies der Fall war. Die ältesten feuchten Phasen reichen rund 7,5 Millionen Jahre zurück, weitere feuchte Perioden identifizierten sie in der Zeit vor etwa zwei Millionen Jahren.

In Nordafrika, in der Sahara und im Sinai war es auch vor 2000 Jahren deutlich feuchter als heute. Damals herrschte ein wesentlich wärmeres Klima als heute, Nordafrika war die Kornkammer des Römischen Reiches. Felszeichnungen in der Sahara und auf der Sinaihalbinsel zeigen Bilder von Gazellen, Zebras und anderen Tieren. 

1    https://doi.org/10.1038/s41586-025-08859-6
2    Bei den Jahresangaben handelt es sich um radiometrische Jahre. Diese werden im Modell einer kurzen Erdgeschichte von einigen Tausend Jahren, wie wir sie in factum vertreten, entsprechend anders interpretiert.

Meldung aus factum 04/2025

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