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von factum-Redaktion

Mensch

«Absolut deplatziert»

Schweiz: Eine mit Steuergeldern finanzierte Aufklärungsbroschüre für Kinder ab 12 Jahren enthält Empfehlungen zum Analverkehr und weitere Sextipps. In der Politik formiert sich nun Widerstand.

So wird im Kapitel «Wer bin ich» die Unterteilung der Geschlechter in Mann und Frau als Fehlannahme bezeichnet und suggeriert, das Geschlecht könne – komplett und unabhängig vom Körper – frei gewählt und nach Belieben gewechselt werden. «Egal, wie es bei dir ist: Du darfst so sein, wie du dich wohlfühlst», heisst es wörtlich. Das Geschlecht sei viel mehr als die äusseren Sexualorgane und so gebe es «heterosexuelle, bisexuelle, lesbische, schwule, pansexuelle, polyamouröse, queere, asexuelle und offene Beziehungsformen». Doch damit nicht genug: Mit Fragen wie «Worauf habe ich jetzt Lust?» wird ein zutiefst egozentriertes Sexualverhalten vermittelt und bereits 12-Jährige werden dazu angeregt, Sexspielzeuge wie Vibratoren und «Anal Plugs» zu verwenden. Weiter wird ihnen erklärt, wie sie ein «Lecktuch» beim «oralen Sex» im «Vaginal- oder Analeingang» gebrauchen sollen. Auch bei Abtreibung wird darauf hingewiesen, dass «die Zustimmung der Eltern zu einem Schwangerschaftsabbruch» nicht notwendig ist.

Der «Verein Schutzinitiative» mit der SVP-Nationalrätin Verena Herzog ist nun politisch aktiv geworden. Vieles werde thematisiert, was in einer Aufklärungsbroschüre für 12- bis 18-Jährige absolut deplatziert sei, so Herzog. «Hey you» schiesse weit über das Ziel hinaus. «Eine ‹Anleitung zum Porno›, wie sogar die nüchterne NZZ (Neue Zürcher Zeitung) bemerkte, hat in der Schule nichts verloren. Schon gar nicht bei 12-Jährigen, die noch nicht einmal im Teenager-Alter sind», heisst es in einem auf der Webseite des Vereins veröffentlichten Schreiben. Die Broschüre negiere den gewaltigen Entwicklungsunterschied von 12- und 18-Jährigen. Und: «Sie projiziert erwachsene Vorstellungen von Sexualität – oder Vorstellungen von Gruppen mit bestimmten sexuellen Vorlieben – unterschiedslos auf Schülerinnen und Schüler ab der 6. Klasse», schrieb Verena Herzog auf weltwoche.ch. Sie hat deshalb eine Interpellation mit sechs kritischen Fragen an den Bundesrat eingereicht. Aktiv geworden ist ebenfalls der Zürcher EDU-Kantonsrat Hans Egli, der eine Anfrage an den Zürcher Regierungsrat gestellt hat. Sowohl die Interpellation von Herzog wie die Anfrage von Egli sind noch hängig.

Herausgegeben wurde die Broschüre «Hey you» im August 2021 von der Stiftung «Sexuelle Gesundheit Schweiz». Diese wird mit rund 800 000 Franken vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) mitfinanziert. Die Broschüre richtet sich an Schüler zwischen 12 und 18 Jahren und wurde bis jetzt rund 38 000 Mal bestellt, was etwa 1500 Klassen entspricht.

Meldung aus factum 05/2022

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