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von factum-Redaktion

Natur

Wer fragt, gewinnt

Viele scheuen sich, andere um Rat zu fragen. Eine neue Studie zeigt nun, wie sich diese Hemmschwelle senken lässt: Erfahren Ratsuchende, dass auch das gegenüber vom Austausch profitiert, holen sie sich deutlich häufiger Unterstützung.

Oft steck hinter einem Nichtfragen die Sorge, das Gegenüber zu stören oder zur Last zu fallen. Die Psychologie spricht von einer «Illusion der Unausgewogenheit»: Menschen, die Rat suchen, glauben häufig, ein Gespräch sei einseitig und bringe nur ihnen selbst Vorteile. Die Forschung zeigt aber schon länger, dass beide Seiten profitieren können. Wer um Rat gebeten wird, fühlt sich wertgeschätzt und gewinnt selbst neue Erkenntnisse.

Die Studie des Excellenzclusters ECONtribute unter der Leitung von Professorin Dr. Anne Burmeister wollte herausfinden, ob sich das Verhalten verändert, wenn Ratsuchende explizit auf die Vorteile für das Gegenüber, den Ratgeber, hingewiesen werden. Das zentrale Ergebnis: Wer erkennt, dass auch der Ratgeber vom Austausch profitiert, holt sich deutlich häufiger Unterstützung. Die Kontaktaufnahme stieg um fast 40 Prozent. «Das Wissen um die Vorteile für Ratgebende ist ein wirksames Mittel, die eigenen Ängste, anderen zur Last zu fallen, zu überwinden», sagt Professorin Burmeister. Auch Unternehmen könnten diese Erkenntnisse gezielt nutzen, etwa bei der Einarbeitung neuer Mitarbeiter oder um den Wissensaustausch über Hierarchie- und Abteilungsgrenzen hinweg zu fördern.

Die Bibel kennt die Vorteile dieses Prinzips schon lange. Sprüche 15,22: «Die Pläne werden zunichte, wo man nicht miteinander berät; wo aber viele Ratgeber sind, gelingen sie.»

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