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von Raphael Berger

Mensch

«Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?»

Am 14. Juni stimmt die Schweiz über die «Nachhaltigkeitsinitiative» der SVP ab. Sie will die Bevölkerung bis im Jahr 2050 bei 10 Millionen Einwohnern deckeln. Die Linke ist mehrheitlich dagegen. Ironie: Noch vor 14 Jahren warnten dieselben Politiker vor der 8 Millionen-Schweiz.

Die Schweiz steht vor einem wegweisenden Sonntag. Die Bevölkerung stimmt über die Nachhaltigkeitsinitiative («Keine-10-Millionen-Schweiz») ab. Diese will die ständige Wohnbevölkerung der Schweiz bis zum Jahr 2050 gesetzlich auf unter zehn Millionen Menschen begrenzen. Und das aus gutem Grund: Kein Land in Mitteleuropa ist in den vergangenen 25 Jahren so stark gewachsen wie die Schweiz. Um über einen Viertel – in absoluten Zahlen um fast zwei Millionen auf nun etwas über neun Millionen Personen. Dies ist umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass ein grosser Teil des Landes aufgrund von Bergen, Wäldern oder Landwirtschaftsflächen nicht bewohnbar ist.

Nicht verwunderlich sind die linken Parteien allesamt gegen diese Initiative. Auffällig ist jedoch Folgendes: Im Jahr 2012 erreichte die Schweiz bevölkerungsmässig die 8-Millionen-Grenze. «SP und SVP: ‹8 Millionen sind genug! ›» – so titelte die Zeitung Der Sonntag, die heutige Schweiz am Wochenende von CH Media, am 5. August 2012. Daran erinnerte der Unternehmer, SVP-Nationalrat und Begründer der «Keine 10-Millionen-Schweiz!»-Initiative, Thomas Matter, vor kurzem in der Weltwoche. Aufschlussreich sind die Äusserungen linker Politiker.

Der Sonntag fragte SP-Nationalrätin Jacqueline Badran 2012, wie viele Einwohner die Schweiz ertrage. Badran antwortete: «8 Millionen Einwohner. Mehr Menschen wären technisch zwar machbar, aber nicht wünschbar. Das wäre mit hohen Folgekosten aller Art verbunden und erst noch extrem unsolidarisch mit Europa.» Heute jedoch findet sie zehn Millionen und noch mehr Einwohner unproblematisch. Martin Bäumle von der Grünliberalen Partei sagte 2012: «Bei einer nachhaltigen Gesellschaft (…) wären sicher auch 10 Millionen verkraftbar. Mit der heutigen Verschwendungsgesellschaft sind schon 6 Millionen langfristig nicht nachhaltig.» Heute bekämpft er die Initiative der SVP. Wie auch der grüne Nationalrat, Balthasar Glättli. Auf die Frage, wie viele Einwohner unser Land ertrage, antwortete er 2012: «2,5 Millionen. Jedenfalls solange unser ökologischer Fussabdruck so gross und die Wirtschaft so ungrün bleibt wie heute.»

«Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?» Dieses Zitat, das dem ehemaligen deutschen Bundeskanzler Konrad Adenauer zugeschrieben wird, kommt mir unweigerlich in den Sinn. Glaubwürdigkeit sieht anders aus. Wie anders ist es mit Gottes Wort. Jesus sagt: «Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen» (Matthäus 24,35). Wie tröstlich, dass wir Christen dem gehören, der von sich sagt: «Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit» (Hebräer 13,8).

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