Dor Wolynitz mit dem Fundstück, das er entdeckt hat. Foto: Akiva Goldnirsch, IAA

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von Isabelle Kobe

Junger Entdecker

Was als ganz normaler Familienausflug in die südisraelische Wüste Negev begann, endete mit einer kleinen Sensation.

Wie Israelnetz berichtete, wollte der achtjährige Dor Wolynitz im Ramon-Krater eigentlich nur nach interessanten Dingen für den Schulunterricht suchen. Dabei stiess er auf einen ungewöhnlichen «Stein mit Streifen». Akiva Goldenhersch, der die Familie auf dem Ausflug begleitete und bei der Israelischen Altertumsbehörde IAA als Archäologe arbeitet, nahm den Gegenstand genauer unter die Lupe. Erst dachte er, es handle sich um ein Fossil. Später entpuppte sich der Fund als Fragment einer etwa 1700 Jahre alten römischen Statuette. Sie misst rund 6 mal 6 Zentimeter und stellt den oberen Teil eines männlichen Torsos dar. Was besonders ins Auge fällt, sind die Falten eines Mantels, die auf der Figur fein herausmodelliert wurden. Der Stil des Mantels deutet auf die Römerzeit hin.

Weitere Untersuchungen durch den Geologen Nimrod Wieler ergaben, dass die Statuette aus Phosphorit besteht, einem Mineral, welches im Negev häufig vorkommt. Deshalb, so schliesst Wieler, muss die Skulptur in der Region hergestellt worden sein. Vermutlich handelt es sich um eine Darstellung des römischen Gottes Jupiter, oder auch um Zeus-Duschara, eine Verschmelzung zwischen dem griechischen Gott Zeus mit einer nabatäischen Gottheit. Der Fundort liegt an der internationalen Gewürzroute, wo die Nabatäer, ein halbnomadisches Wüstenvolk, in der Antike aktiven Handel trieben.

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