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von factum-Redaktion
Zum Tode verurteilt
Ihm wird vorgeworfen, den islamischen Propheten Mohammed beleidigt zu haben. Sein Fall wurde immer wieder vertagt und neu angesetzt, weil der Richter, Zeugen oder der Anwalt des Klägers nicht vor Gericht erschienen.
Masih bestreitet die Vorwürfe und will gegen das Urteil Berufung einlegen. Wie sein Anwalt sagte, gehe es in Wirklichkeit um eine unbezahlte Rechnung für eine Fahrradreparatur, die ein Moslem mit der Begründung, er sei ein Heiliger, nicht bezahlen wollte. Nachdem Masih auf Bezahlung bestanden habe, sei er wenig später von der Polizei verhaftet worden. Mitgespielt haben soll auch die Tatsache, dass Masihs Werkstatt erfolgreicher sei als andere Werkstätten in der Umgebung. Der Kläger beschuldigt Masih, sich abschätzig über den muslimischen Propheten geäussert und gesagt zu haben, dass für Christen Jesus der Grösste sei.
Masihs Fall ist mindestens das dritte Todesurteil dieser Art seit Anfang des Jahres. Nach Angaben der Nationalen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden wurden in Pakistan zwischen 1987 und 2018 776 Muslime, 505 Ahmadis, 229 Christen und 30 Hindus wegen Blasphemie verurteilt. Der leitende Moderator der Kirche Pakistans, Bischof Azad Marshall, wies darauf hin, dass 99 Prozent aller Blasphemie-Fälle in Pakistan von den Anzeigeerstattern frei erfunden seien, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Wegen des Drucks radikaler Muslime trauten sich die Richter in untergeordneten Instanzen meist nicht, einen Angeklagten freizusprechen. So sitzen die Opfer oft viele Jahre unschuldig im Gefängnis.
Meldung aus factum 05/2022
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