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von Thomas Lachenmaier
Wundersam, staunenswert: genial geschaffen
Der Wissenschaftler Ming-Jin Liu von der Huazhong University of Science and Technology in Wuhan (Provinz Hubei) und seine Kollegen gebrauchten in ihrem 16-seitigen Text noch zwei weitere Male den Begriff «Schöpfer». In einer online geführten Diskussion schrieb Ming-Jin Liu: «Es gibt keine künstliche Hand, die den faszinierenden Fähigkeiten der menschlichen Hand nahekommt.» Die Hand sei so wunderbar, dass man denke, sie sei «das Meisterwerk eines Schöpfers». Die menschliche Hand verfügt über in der Natur vollkommen einzigartige Eigenschaften. Sie ist geeignet zum festen Zupacken, für verschiedenste Griffe, für feinste Differenzierungen in der Anwendung. Sie ermöglicht zärtliche Berührung, kann Informationen aufnehmen, feinste Nuancen erspüren und Druck in nicht mehr messbar feinen Dimensionen differenzieren. Sie verfügt über eine ausgeklügelte Mechanik, ist ein hochsensibles Sinnesorgan. Und sie ist lernfähig, bis hin zum Spielen von Bachs 3. Sonate für Solovioline in C-Dur durch einen begabten Musiker.
Die Herausgeber von «PlosOnline» entschuldigten sich für die Veröffentlichung des Artikels. Aber das wäre eigentlich nicht nötig gewesen. Die Forscher hatten nur den naheliegenden Rückschluss aus der Tatsache gemacht, dass es der menschlichen Intelligenz bislang nicht annähernd gelungen ist, in der Robotik eine Hand zu konstruieren, die der menschlichen Hand nahekommt. Sollte es nicht naheliegend sein, dass die menschliche Hand auf einen Schöpfer zurückgeht, wenn doch niemand daran zweifeln kann, dass die ungleich weniger tauglichen Roboterhände auf ihre menschlichen Schöpfer zurückgehen?
(Artikel aus factum 03/2016)
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