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von Raphael Berger
Schwellenländer in der Schuldenfalle
Das Welternährungsprogramm befürchtete aufgrund der Lockdowns zusätzlich 121 Millionen hungernde Menschen.1 370 Millionen Kinder verpassten aufgrund von Covid-19-bedingten Schulschliessungen im Durchschnitt rund 40 Prozent ihrer Schulmahlzeiten. Für viele der Kinder sind diese ein Hauptbestandteil ihrer täglichen Ernährung.2 Der Lockdown-Politik folgt eine schrumpfende Wirtschaft und hohe Arbeitslosigkeit – oft ohne jede soziale Abfederung. Die Lebensmittelpreise sind im vergangenen Jahr dramatisch gestiegen.
Christian Kreiss, Professor für Finanzierung und Wirtschaftspolitik an der Hochschule Aalen, schreibt in einem Beitrag für «Rubikon-News», dass möglicherweise ein Funke genügt, um eine weltweite Finanzkrise mit katastrophalen Folgen auszulösen. Die Schulden der Entwicklungsländer (inklusive China) summierten sich per Ende März 2021 auf 86,2 Billionen Dollar, bis Ende 2022 werden knapp 2 Billionen Fremdwährungsschulden fällig. Etwa ein Dutzend Schwellenländer haben hohe Fremdwährungsschulden und sind deshalb bei sich verschlechternden Wechselkursen besonders gefährdet, ihre Schulden nicht zurückzahlen zu können. Viele Währungen von Schwellenländern haben in den letzten Jahren gegenüber dem US-Dollar stark an Wert eingebüsst.
1 World Food Programme: «Needs analysis informing WFP’s Global Response Plan to COVID-19 – June 2020», Rom, 6. Juli 2020. Online, Zugriff am 9. April 2021.
2 WFP: «UNICEF und WFP warnen vor Ernährungskrise: Seit Beginn der Pandemie sind über 39 Milliarden Schulmahlzeiten ausgefallen», Pressemitteilung, 28. Januar 2021.
Meldung aus factum 05/2021
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