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von Dr. Heinz Gstrein

Mensch

Pastor in türkischer Geiselhaft

Seit Oktober 2016 ist der amerikanische Pastor Andrew Brunson in türkischer Haft. Brunson drohen 35 Jahre Gefängnis, was für den 50-Jährigen de facto lebenslänglich bedeutet. US-Präsident Trump hat in mehreren Gesprächen mit dem türkischen Präsidenten Erdogan und Aussenminister Cavusoglu die Freilassung von Pastor Brunson gefordert.

Brunson leitet seit 23 Jahren eine Gemeinde bei Izmir. Die USA haben den Botschafter für Internationale Religionsfreiheit, Sam Brownback, zur Gerichtsverhandlung entsandt. Doch auch dessen Anwesenheit konnte Brunson nicht vor einer Verlängerung seiner Haft und Aufrechterhaltung der gegen ihn erhobenen Vorwürfe bewahren. Mehrfach hat der türkische Staatschef Erdogan angeboten, den Pastor freizulassen, wenn im Gegenzug sein Erzfeind Fethullah Gülen, der im amerikanischen Exil lebt, ausgeliefert wird. Pastor Brunson wird als Geisel gefangen gehalten. Die Anklage wirft dem Pastor «Mitgliedschaft in einer bewaffneten terroristischen Gemeinschaft» und «militärische Spionage» vor.

An den Bemühungen um die Freilassung von Andrew Brunson ist auch die christliche Organisation «American Center for Law and Justice» (ACLJ – «Zentrum für Gesetz und Recht«) beteiligt. «Die Türkei hat buchstäblich die Position eingenommen, dass Evangelisierung Terrorismus ist», erklärte die ACLJ-Anwältin Cece Heil, die dem türkischen Anwalt Brunsons zur Seite steht. Die Anklage habe «keinen Beweis, dass Pastor Brunson irgendein Verbrechen begangen hat». Die Anwältin sprach sich anerkennend über das Verhalten der amerikanischen Regierung aus. «Das ist sehr aussergewöhnlich, dass der Präsident der USA eine solche Situation in jedem Gespräch mit der Türkei zur Sprache bringt», erklärte Heil.

Als Andrew Brunson jetzt aus dem Gericht erneut in seinen Kerker gebracht wurde, fand er dennoch eines Christen würdige Worte. «Ich habe nie etwas gegen die Türkei verbrochen. Ich liebe die Türken, bete schon über 20 Jahre mit ihnen und werde weiter für sie beten!», sagte er im Gerichtssaal von Aliaga bei Izmir. Cece Heil hat zu intensivem Gebet für den inhaftierten Pastor aufgerufen.

(Artikel aus factum 04/2018)

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