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von Prof. Stuart Burgess

Natur

Merke auf die Wunder Gottes

Vögel erzeugen einige der reinsten und schönsten Klänge, die wir wahrnehmen können. Ihr Gesang hat auch die grössten Schriftsteller und Komponisten der klassischen Musik inspiriert.

Die Schönheit des Vogelgesangs ist den meisten Menschen bekannt. Aber nur wenige haben ihm genau zugehört und wissen seine musikalischen Feinheiten zu schätzen. Ein detailliertes Studium des Gesangs zeigt, dass Vögel äusserst geschickte Musiker sind. In den letzten Jahrzehnten wurde intensiv geforscht und ein erstaunliches Mass an Raffinesse und musikalischem Gehalt entdeckt.

Bei der Schönheit von Musik spielen Melodie, Rhythmus, Harmonie, Abwechslung und Einheit sowie eine beliebige Kombination dieser Elemente eine Rolle. Forscher konnten nachweisen, dass das menschliche Gehirn über spezielle Bereiche verfügt, die für die Wahrnehmung von Musik zuständig sind. Ihre Schönheit ist ein wichtiger Beweis für intelligentes Design, denn sie kann nicht zufällig entstanden sein. Attribute wie Melodie und Harmonie erfordern eine geschickte und kreative Planung durch eine intelligente Quelle. Die Tatsache, dass Musiker und Komponisten viele Jahre studieren müssen, um die technischen Aspekte der Musik zu erlernen, zeigt, dass eine zufällige Entstehung nicht möglich ist.

Hoher ästhetischer Wert

Von den rund 9000 heute lebenden Vogelgattungen sind etwa 4000 Arten Singvögel. Viele der musikalischsten unter ihnen – wie Nachtigall, Amsel, Singdrossel und Rotkehlchen – leben in den gemässigten Regionen Europas und Nordamerikas. Interessant ist, dass Vögel in der Regel nicht sowohl ein prächtiges Gefieder als auch eine schöne Stimme haben. Nachtigall und Amsel zum Beispiel singen sehr schön, sehen aber eher unscheinbar aus. Papageien und Pfauen dagegen sind wunderschön gefärbt, können aber keinen melodischen Gesang hervorbringen.

Singvögel erzeugen zwei Arten von Lauten: Rufe und Gesänge. Rufe sind kurz und einfach und dienen dazu, eine simple Botschaft zu übermitteln, etwa ein Warn- oder Notsignal. Im Gegensatz dazu sind Gesänge lang und kompliziert und haben oft ein hohes musikalisches Niveau. Auf den ersten Blick scheinen Singvögel zufällige Töne von sich zu geben. Hört man ihnen jedoch mehrere Tage lang aufmerksam zu, stellt man fest, dass ihre Lieder keineswegs willkürlich sind, sondern derselbe Gesang bei verschiedenen Gelegenheiten mit grosser Präzision wiederholt wird. Ausserdem sind sie in der Lage, die Gesänge anderer Artgenossen zu imitieren, was ihre Fähigkeit beweist, Musik bewusst zu hören, zu lernen und wiederzugeben.

Der Gesang erfüllt mindestens drei Kommunikationsfunktionen. Die häufigste Rolle ist die der Revierverteidigung, die das ganze Jahr über stattfindet. Ein Männchen zeigt damit, dass ihm ein Territorium gehört. Eine weitere Funktion ist die Balz während der Paarungszeit. In der Regel ist es das Männchen, das das Weibchen mit seinem Gesang anlockt. Vor allem in den Tropen ist das gegenseitige Erkennen eines balzenden Vogelpaares sehr häufig. Die dichte Vegetation erschwert es den Vögeln, ihre Partner mit den Augen zu erkennen, sodass sie den Gesang als Erkennungs- und Bindungshilfe nutzen. Dabei singen sowohl das Männchen als auch das Weibchen, oft auch im Duett.

Ein typischer Vogelgesang dauert zwischen 4 und 20 Sekunden und besteht aus einer Reihe verschiedener musikalischer Phrasen, die jeweils aus mehreren Tönen bestehen. Die Einheitlichkeit und Vielfalt ist bemerkenswert. Von Menschen komponierte Musik enthält mehr konsonante als dissonante Intervalle, um eine angenehm klingende Melodie und Harmonie zu erzeugen (ein Intervall entsteht, wenn zwei Noten nacheinander oder gleichzeitig gespielt werden). Würden Singvögel in ihren Gesängen nur zufällige Intervalle erzeugen, müssten alle Intervalltypen im Vogelgesang gleich häufig auftreten. Untersuchungen an verschiedenen Singvogelarten haben jedoch gezeigt, dass deutlich mehr konsonante als dissonante Intervalle vorkommen. Es gibt also objektive Gründe, diese Gesänge als ästhetisch wertvoll einzustufen.

Lesen Sie den ganzen Artikel in factum 03/2023

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