Uhr
von Dr. med. Matthias Klaus
Kultur des Todes
2001 kam es zum Dammbruch in Europa: Die Niederlande legitimierten als erstes Land die Tötung auf Verlangen als aktive Sterbehilfe, Belgien folgte 2002. Seitdem dürfen sich Patienten, die bestimmte Kriterien erfüllen, auf eigenes Verlangen hin töten lassen. Die tödliche Dosis wird dabei durch Ärzte verabreicht. Ärzte töten. Eine untergeordnete Form der aktiven Sterbehilfe spielt hier der assistierte Suizid, wo die tödliche Dosis vom Patienten eigenständig eingenommen wird. Patienten müssen bestimmte Sorgfaltskriterien erfüllen: Die Bitte muss freiwillig und nach reiflicher Überlegung geäussert werden, die Krankheit aussichtslos und das Leiden «unerträglich» sein, ausserdem darf es keine anderen «annehmbaren Lösungen» geben.1
Starke Zunahme
Seit der Legalisierung ist die Zahl der getöteten Patienten rasant gestiegen.2 Während im Jahr 2003 1774 Personen ihr Leben durch die Giftspritze verloren, waren es 2010 schon 3136 und 2020 sogar 6938 Personen. Das entspricht einem Zuwachs von ca. 390 Prozent. Damit kommen in den Niederlanden 19 Menschen pro Tag oder 4 Prozent aller Sterbefälle durch aktive Sterbehilfe zu Tode.
In den Beneluxstaaten wird die Liberalisierung der aktiven Sterbehilfe sukzessive vorangetrieben3: 2012 wurden die «Lebensendekliniken» in «Kompetenzzentren Euthanasie» umbenannt. Seit 2013 dürfen auch Minderjährige ab zwölf Jahren die tödliche Injektion verlangen, 2016 wurde die Möglichkeit der aktiven Sterbehilfe auch für psychisch Kranke und lebensmüde Menschen eröffnet. Seit 2020 schliesslich ist sie auch für bewusstseinsgeminderte Patienten (zum Beispiel Demenzkranke) und Kindern unter zwölf Jahren erlaubt. Derzeit wird der freie Zugang zur «Letzter-Wille-Pille», einer Pille mit zum Tode führender Medikation, für lebensmüde Senioren ab 75 Jahren diskutiert. Der Befürworter der aktiven Sterbehilfe und prominente Psychiater Boudewijn Chabot sagt in Bezug auf den zunehmenden Anteil an psychisch Kranken: «Das System ist entgleist!»
1 https://www.dgpalliativmedizin.de/images/sto ries/pdf/euthanasie.pdf (abgerufen 11.10.2021)
2 https://www.euthanasiecommissie.nl/de-toet singscommissies/jaarverslagen (abgerufen am 26.01.2021)
3 https://www.imabe.org/links/sterbehilfe (abgerufen am 11.10.2021)
Lesen Sie den ganzen Artikel in factum 02/2022
Wir möchten eine klare christliche Stimme in unserer Gesellschaft sein - unabhängig, bibeltreu und aktuell.
Damit das gelingt, sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen.
Neue News
Feindbild «rechts»
Fast ein Drittel der Deutschen ordnet sich rechts der Mitte ein. Durch den «Kampf gegen Rechts» werden diese Bürger ausgegrenzt.
[mehr] Feindbild «rechts»Ein grosser Segen
Ein Land in Europa – ohne Bibel in eigener Landessprache? Das ist die Realität in Luxemburg. Eine Bibel auf Luxemburgisch wird erst jetzt Wirklichkeit – mit grossem Segen.
[mehr] Ein grosser SegenWaldgeräusche beruhigen
Eine Studie¹ zeigt, dass Waldgeräusche sich positiv auf das kurzfristige Wohlbefinden von Menschen auswirken – insbesondere gilt das für heimische Wälder.
[mehr] Waldgeräusche beruhigenMehr entdecken
ethos
Neben factum gibt der Schwengeler Verlag eine weitere Zeitschrift heraus. ethos bringt die Frohe Botschaft mitten ins Leben, informiert über Zeittrends, hält den Wertmassstab der Bibel hoch und macht Mut, den Glauben im Alltag zu leben. Die Zeitschrift für Jung und Alt erscheint 6-mal im Jahr mit 68 Seiten.
ethos open hands
Das christlich-soziale Hilfswerk ist aus der Arbeit des Schwengeler Verlags entstanden. ethos open hands ist eine Nonprofit-Organisation im Sinn einer biblischen Missionsarbeit nach christlichen Grundsätzen. Wir unterstützen Menschen in Rumänien in ihrer materiellen, physischen und geistlichen Not.