© shutterstock.com/pbombaert

Uhr
von factum-Redaktion

Mensch

Kritik an der legalisierten Tötung

Die Euthanasie ist in Belgien rasant auf dem Vormarsch. Es ist anzunehmen, dass jedes Jahr 3000–4000 Menschen legal getötet werden. Kritik an der zunehmenden Euthanasie kommt unter anderem vom Deutschen Bibelbund.

Im Jahr 2003 sind 235 Menschen in Übereinstimmung mit den belgischen Gesetzen getötet worden. Zehn Jahre später waren es bereits 1807. Der Deutsche Bibelbund berichtet von seriösen Schätzungen, dass real an etwa doppelt so vielen Personen in Belgien «Sterbehilfe» praktiziert wird. Aufgrund des damit verbundenen Verwaltungsaufwands geben allerdings nicht alle Ärzte die von ihnen durchgeführte Euthanasie auch an. Seit 2002 erlaubt das belgische Euthanasie-Gesetz die straffreie Tötung eines schwerkranken Menschen, der sich den Tod wünscht, wenn das Leiden als «anhaltend, unerträglich und unlinderbar» empfunden wird.

Eugen Brysch von der Deutschen Stiftung Patientenschutz kritisierte den jüngsten Fall von Euthanasie an einem belgischen Jugendlichen: «Die Tötung auf Verlangen von Kindern hat nichts mit würdigem Sterben zu tun.» Carine Brochier vom Europäischen Institut für Bioethik in Brüssel kommentiert: «Wir glauben, dass die palliativmedizinische Begleitung die gute, menschenwürdige Antwort ist, nicht die Sterbehilfe.»

Die belgischen Kriterien für legale Euthanasie erweisen sich in der Praxis als willkürlich, kritisiert Michael Kotsch vom Deutschen Bibelbund. Was konkret unter «anhaltend» und «unerträglich» verstanden wird, sei «sehr anfällig für individuelle Interpretationen und auch für offenkundigen Missbrauch». Es bestehe «die realistische Gefahr», dass «am Ende jede Begründung zur Beendung menschlichen Lebens legitimiert wird». Dadurch aber würden das Leben und die Vorstellung von einer «lebenswerten» Existenz zum Spielball gesellschaftlicher Moden. Jede euphemistisch als «Sterbehilfe» deklarierte Tötung untergrabe die nicht verfügbare Menschenwürde. Sie öffne Tür und Tor für eine endlose Diskussion um «wertes» und «unwertes» Leben. Anstelle einer legalisierten «Entsorgung» leidender Menschen durch eine fälschlich sogenannte «Sterbehilfe» brauche es mehr echte Hilfe für die Betroffenen.

(Artikel aus factum 08/2016)

Zurück

Wir möchten eine klare christliche Stimme in unserer Gesellschaft sein - unabhängig, bibeltreu und aktuell.
Damit das gelingt, sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen.

Neue News

© shutterstock.com/fran_kie
Mensch

Feindbild «rechts»

Fast ein Drittel der Deutschen ordnet sich rechts der Mitte ein. Durch den «Kampf gegen Rechts» werden diese Bürger ausgegrenzt.

[mehr] Feindbild «rechts»
© shutterstock.com/Mini-Onion
Glaube

Ein grosser Segen

Ein Land in Europa – ohne Bibel in eigener Landessprache? Das ist die Realität in Luxemburg. Eine Bibel auf Luxemburgisch wird erst jetzt Wirklichkeit – mit grossem Segen.

[mehr] Ein grosser Segen
© shutterstock.com/Lukas-Gojda
Natur

Waldgeräusche beruhigen

Eine Studie¹ zeigt, dass Waldgeräusche sich positiv auf das kurzfristige Wohlbefinden von Menschen auswirken – insbesondere gilt das für heimische Wälder.

[mehr] Waldgeräusche beruhigen

Mehr entdecken

ethos  

Neben factum gibt der Schwengeler Verlag eine weitere Zeitschrift heraus. ethos bringt die Frohe Botschaft mitten ins Leben, informiert über Zeittrends, hält den Wertmassstab der Bibel hoch und macht Mut, den Glauben im Alltag zu leben. Die Zeitschrift für Jung und Alt erscheint 6-mal im Jahr mit 68 Seiten.

ethos open hands 

Das christlich-soziale Hilfswerk ist aus der Arbeit des Schwengeler Verlags entstanden. ethos open hands ist eine Nonprofit-Organisation im Sinn einer biblischen Missionsarbeit nach christlichen Grundsätzen. Wir unterstützen Menschen in Rumänien in ihrer materiellen, physischen und geistlichen Not.