Uhr
von Raphael Berger
Kinderwunsch auf Eis gelegt
So wird die künstliche Befruchtung als Lösung für die Vereinbarkeit von Karriere und Kind verkauft. Für Dr. Susanne Kummer vom Institut für medizinische Anthropologie und Bioethik IMABE ist klar: «Junge Frauen sollen möglichst ‹unschwanger› gehalten werden, damit sie für das Unternehmen ‹produktiv› bleiben.» Dies übe einen subtilen Zwang aus. «Müssen wir bald mit Sätzen rechnen wie: Wenn du Karriere willst, dann lass dir doch deine Eizellen einfrieren ...?», fragt Kummer.
Fast jeder fünfte US-Grosskonzern mit mehr als 20 000 Mitarbeitern offeriert seinen Angestellten als Benefit die Übernahme der Kosten für das Social Egg Freezing, die mit 5000 bis 10 000 Euro angegeben werden. Hinzu kommen jährliche Lagerungsgebühren von rund 400 Euro. 42 Prozent dieser Firmen stellen den Frauen auch die Rückerstattung der Kosten für eine künstliche Befruchtung in Aussicht.
Nach Daten des nationalen Registers HFEA in Grossbritannien führten jedoch nur 1,7 Prozent jener Eizellen, die zwischen 2008 und 2013 eingefroren und wieder aufgetaut wurden, zu einer Lebendgeburt. Aber nicht nur die Qualität der Eizellen sinkt mit der Aufbewahrungsdauer in gefrorenem Zustand, auch der Organismus der Frauen ist bei späten Schwangerschaften für Komplikationen anfälliger als in jungen Jahren. Laut dem jüngsten Report der US-Centers for Disease Control and Prevention (2020) liegt die Erfolgsquote auf ein Baby bei Frauen zwischen 38 und 40 Jahren, die ihre eigenen Eizellen für eine IVF verwenden, nur mehr bei 24 Prozent. Bei Frauen über 40 Jahren sind es noch acht Prozent. Aus Studien ging hervor, dass nur wenige Frauen am Ende überhaupt auf ihre Eizell-Reserven zurückgreifen. So wächst inzwischen der Druck, dass Frauen ihre vielen «ungenützten Eizellen» nicht verschwenden, sondern «bedürftigen» Frauen und Männern zur Verfügung stellen sollten – oder zumindest der Forschung.
Als häufigsten Grund für Social Egg Freezing gaben Frauen neben beruflichen Gründen an, keinen geeigneten Partner zur Erfüllung des Kinderwunsches gefunden zu haben. Doch mit dieser Technik wird die Familienplanung vollends auf die Frauen abgeschoben. Es sei die Tragik der modernen Frau, schrieb Weltwoche-Kolumnistin Anabel Schunke bereits vor längerer Zeit, «dass wir uns über all das (Partnerwahl und Kinderwunsch, Anm. d. Red.) so viel und intensiv Gedanken machen, bis es vielleicht zu spät ist». Und fragt: «Was nützt uns all die maximale Freiheit, wenn es am Ende keinen funken Gewissheit mehr gibt? Wenn Beliebigkeit in der Partnerschaft an die Stelle von Verlässlichkeit rückt und Versprechen nichts mehr wert sind? Wenn wir maximal frei als Frauen, aber am Ende alleine sind?» Social Egg Freezing leistet dieser Entwicklung Vorschub.
Meldung aus factum 01/2024
Wir möchten eine klare christliche Stimme in unserer Gesellschaft sein - unabhängig, bibeltreu und aktuell.
Damit das gelingt, sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen.
Neue News
Tatsachen und Täuschung
Die Hamas wird einer Entwaffnung niemals zustimmen. Im Gegensatz zu den Aussagen der Hamas-Vertreter in den Verhandlungen offenbaren ihre Verlautbarungen auf Arabisch die tatsächlichen Absichten. Auch die Autonomiebehörde (PA) steht fest zu ihren Plänen zur Vernichtung Israels.
[mehr] Tatsachen und Täuschung«Ich will den Segen weitergeben»
Der Engländer Graham McCabe (61) verbrachte vier Jahre im Gefängnis. Mit factum sprach er über seine erstaunliche Bekehrungsgeschichte. Heute liegen ihm gebrochene Menschen am Herzen.
[mehr] «Ich will den Segen weitergeben»Vorboten des Terrors
Der Brandanschlag auf die Berliner Stromversorgung über den Jahreswechsel 2025/26 war kein blosser «Stromausfall», wie ihn manche Medien verharmlosten.
[mehr] Vorboten des TerrorsMehr entdecken
ethos – Glaube. Schöpfung. Welt.
Neben factum gibt der Schwengeler Verlag eine weitere Zeitschrift heraus. ethos macht Mut, informiert über Zeittrends und erleichtert die Meinungsbildung. Die Familienzeitschrift erscheint 12-mal jährlich und spricht alle Altersgruppen an. Das Evangelium von Jesus Christus steht im Zentrum und bringt damit die Frohe Botschaft mitten ins Leben.