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von factum-Redaktion
Israel: «Deutsche werden seit Jahrzehnten manipuliert»
Anhand von drei Beispielen aus Fernsehbeiträgen der vergangenen 24 Stunden zeigte er auf, wie omnipräsent Israel in den Medien sei und wie negativ über Israel berichtet werde. Deshalb begebe man sich in Lebensgefahr, wenn man in Deutschland mit einer Israelflagge auf die Strasse geht. Dieser krankhafte Hass sei jedoch keine neue Entwicklung. Ihm persönlich tue das weh, weil er gemerkt habe, dass es kein wirkliches Entkommen gebe. «Meine Eltern (persische Juden, Anm. d. Red.) haben mich säkular erzogen, ohne jegliche Bindung zum Judentum. … Doch als ich mich als 13-jähriger als Jude geoutet habe, hat sich mein Leben auf den Kopf gestellt.» Menschen, die bis gestern seine Freunde gewesen seien, schüttelten ihm nicht mehr die Hände.
«Wenn das kein Wunder ist, was ist es dann?»
Shalicar fragte: «War der 7. Oktober 2023 eine Ausnahme?» Nein! Er reihe sich ein in eine lange Strecke von Krisen, Konflikten, Massakern, Pogromen und turbulenten Zeiten der Juden, die es seit Jahrtausenden gebe. Doch während antike Völker schon lange von der Bildfläche verschwunden seien, «sind Juden immer noch da». Shalicar: «Wenn das kein Wunder ist, was ist es dann?»

Bereits am Vorabend zum Israelfreundetag der Sächsischen Israelfreunde waren die Reihen sehr gut besucht. © Raphael Berger
Israel habe in den vergangenen zweieinhalb Jahren sehr viel erreicht. Doch wichtiger als die Eliminierung von Terroristen sei die Eroberung von Gebieten im Gazastreifen, im Libanon und in Syrien. Das tue den Terroristen weh, ist Shalicar überzeugt. Und doch: «All die Feinde Israels sind noch da.» Gerade der Angriff auf den Iran habe gezeigt, dass man das, was die Revolutionsgarden in 47 Jahren aufgebaut hätten, nicht so einfach mal zerstören könne. Niemand habe wirklich Lust auf einen langen Krieg, deshalb mache man halbe Sachen. Und so sei man heute dort, wo wir sind. «In der Mitte. Mal besser, mal schlechter.»
Die Zeit wird eine Antwort geben
«Waren die letzten Monate vergeudete Zeit, vergeudetes Geld, vergeudetes Blut oder war es positiv?» Die Zeit werde darauf eine Antwort geben. Wie es im Nahen Osten weitergehe, hänge nicht mehr von Israel ab, sondern in erster Linie von den USA und dem Iran. «Auch hier kann man sich darüber streiten, ob das gute oder schlechte Nachrichten sind.» Positiv sei, dass man zum ersten Mal eine Situation habe, in der Israel nicht alleine einer Anzahl von Feinden gegenüber stehe. «Wir haben einen mächtigen internationalen Partner, der mit uns im Boot sitzt», zeigte sich Shalicar optimistisch.
Er rief dazu auf, das halbvolle Glas zu sehen, «sonst gehe ich unter». Doch selbst wenn es in den kommenden Monaten oder Jahren positive Entwicklungen geben werde, irgendwann werde es wieder einmal zum Konflikt, zur Krise, zum Angriff auf die Juden und auf den jüdischen Staat kommen. «Nicht weil wir uns so oder so benehmen, sondern weil wir da sind. Weil wir atmen, weil wir leben, weil wir existieren, weil wir einen eigenen Staat haben. Das ist nach wie vor sehr vielen überall auf der Welt ein Dorn im Auge.»
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