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von factum-Redaktion
Gravierende Verletzungen
Das Leibniz-IZW dokumentiert über eine geschlossene Facebookseite Funde von Igeln mit Schnittverletzungen, die eindeutig auf Mähroboter zurückzuführen sind. Seit Beginn der Datensammlung durch Freiwillige von Igelauffangstationen sind auf der Plattform mehrere Hundert solcher Fälle belegt. «Wir gehen zudem von einer sehr hohen Dunkelziffer aus, da viele Tiere erst gar nicht gefunden bzw. gemeldet werden», sagt Dr. Anne Berger vom Leibniz-IZW. Sie begleitet die Sammlung der Fälle wissenschaftlich. «Zudem berichten die Igelstationen, dass seit diesem Frühjahr ein Anstieg der Fälle um 30 bis 50 Prozent zu verzeichnen ist. Dies steht mutmasslich mit den jährlich um zwölf Prozent steigenden Absatzzahlen von Mährobotern in Zusammenhang.»
Entgegen der Angaben vieler Hersteller können Mähroboter kleine Tiere wie Igel nicht erkennen und verursachen meist gravierende Verletzungen. Auch werden die Geräte nicht selten nachts und unbeaufsichtigt eingesetzt. «Für Igel ist diese Konstellation fatal, denn sie suchen nachts nach Nahrung, flüchten nicht, sondern rollen sich zusammen und warten so Gefahren ab», erklärt Berger. An technischen Lösungen für ungefährlichere Mähroboter werde gearbeitet, man sei davon aber noch ein gutes Stück weit entfernt, so Berger. Derweil sind die Bestände des Igels weiter rückläufig. Erst im Jahr 2020 wurde das Tier auf die Vorwarnliste der Bundesdeutschen Roten Liste gesetzt.
Meldung aus factum 05/2023
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