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von Thomas Lachenmaier
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Johannes Hartl ist derzeit der wahrscheinlich gefragteste Redner auf evangelikalen Tagungen. Inzwischen stünden «dem überzeugten Katholiken fast alle evangelikalen Medien und Organisationen offen», so Michael Kotsch.
Nicht wenige evangelikale Christen begrüssten das «Mission Manifest» von Johannes Hartl, obwohl hier eine neue Hinwendung zu Jesus lediglich als erster Schritt gefordert werde, dem dann die Vermittlung der katholischen Lehre folgen müsse. In seinen Vorträgen lasse Hartl immer wieder katholische Sonderlehren über den Papst, die Heiligen, die Eucharistie oder das Zölibat einfliessen. Auch fordere er ganz offen zum Beten des Rosenkranzes auf, zur Anerkennung der katholischen Lehrtradition und zur Verehrung Marias und der Heiligen.
Evangelikale müssen lernen, so Kotsch, «deutlicher zuzuhören und nicht vorschnell altbekannte Begriffe gleich im evangelikalen Kontext zu interpretieren». Begriffe wie «Bekehrung» oder «apos-tolische Lehre» würden in der katholischen Tradition, die auch Hartl vertritt, anders aufgefasst werden. Kotsch spricht von einer «katholischen Theologie mit evangelikaler Einkleidung». Evangelische Christen seien schlecht beraten, wenn sie von ihrem «Nur die Bibel», «Nur die Gnade», «Nur der Glaube» und «Nur Jesus Christus» abrücken. Kotsch: «Die Väter der Kirche haben sich zu Recht gegen das ‹katholische Und› des Papstes, der kirchlichen Tradition und der Verehrung der Heiligen gestellt.»
Artikel aus factum 06/2018
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